Inside Wirtschaft - Der Podcast mit Manuel Koch | Börse und Wirtschaft im Blick

Inside Wirtschaft - Der Podcast mit Manuel Koch | Börse und Wirtschaft im Blick

Alle Themen rund um Börse, Finanzen, Politik und Wirtschaft

Transkript

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00:00:04: Insight Wirtschaft, der Podcast mit Manuel Koch.

00:00:19: Die einen sagen, Kultur ist teuer.

00:00:21: Die anderen sagen, Kultur ist ein unbezahlbares Gut!

00:00:26: Wir sprechen heute darüber wieviel Kultur wir uns leisten können müssen.

00:00:31: Darüber sprechen wir mit meinem heutigen Gast.

00:00:34: Er is Brückenbauer zwischen der Wirtschaft und der Kultur.

00:00:37: er leitet das Siemens Art Programm Und er es ebenso in den Vorstandsetagen zu Hause Wie in den Konzertsälen denn er ist Dirigent Musiker und einer der wichtigsten Kulturmanager Deutschlands.

00:00:50: Über ihn wollen wir jetzt mehr erfahren, herzlich willkommen Prof.

00:00:53: Dr.

00:00:53: Stefan Frucht!

00:00:59: Schön, dass du da bist, willkommen!

00:01:10: Stefan, herzlich Willkommen!

00:01:12: Wenn wir so die Zeitungen der letzten Wochen-Monate sehen war Kunst eher immer ein Kostenfaktor in irgendwelchen Budgets?

00:01:20: Der Senat ist Kunst etwas was uns leisten können müssen?

00:01:27: Naja es wird immer ein Kostenfaktor auch bleiben.

00:01:30: wie so viele sind leben auch die Spaghetti kosten Geld.

00:01:33: Aber entwahrheit ist es doch so, welche Gesellschaft können wir uns denn vorstellen ohne Kunst und Kultur?

00:01:39: Wird das nicht am Ende viel teurer?

00:01:41: Und ich meine, ich bin jetzt kein großer Fan von solchen Kulturdibatten, die dann auch von der Politik am Sonntag-Vormittag bei der Matinee vorgetragen werden.

00:01:49: Er kennen mir genügend Beispiele für ... aber wenn sich jeder mal fragt selber wie ist es eigentlich... Nicht nur in den Metropolen!

00:01:58: Jetzt ohne ein Opernhaus, ohne ein Kino Ohne Theater, ohne Museum.

00:02:03: Ohne gar nichts!

00:02:04: Also was ist das für ein Leben?

00:02:06: Ich glaube also wenn am Ende die rechtsdrehende Joghurtkultur des Einziges, was im Frühstück übrig bleibt von Kultur dann ist das Leben denn doch ein Stück ärmer.

00:02:17: und insofern glaube ich dass die Menschen schon generell möchten, dass da ein großes Angebot da ist.

00:02:22: Ich glaube es geht ja nicht darum alles abzuschaffen.

00:02:24: aber muss sich Berlin zum Beispiel drei Opernhäuser leisten?

00:02:28: Ja, da zitiere ich eigentlich gerne der doch mal eine Politikerin.

00:02:31: Die Monique Rütters hat eigentlich immer gesagt also wenn man drei Kinder hat überlegt man auch nicht das man welches man abschafft sondern sieht zu dass aus allen drei was wird.

00:02:38: aber alle drei sind teuer.

00:02:40: ja Kinder sind teurer und sie sind uns im wahrsten Sinne lieb und teuer.

00:02:46: es gibt Dinge also Faktor zehn Fußball ist noch teurer.

00:02:52: die Menschen leisten sich teure Sachen, weil sie es wollen und auch viele, die wenig Geld haben, leisten sich bestimmte Dinge, die Sie unbedingt wollen.

00:02:59: Die Frage ist eher, wollen wir eigentlich so eine breite Angebotspalette an Kultur oder wollen wir sie nicht?

00:03:06: Und ich brauche mal hier nur herum zu gucken – das Interesse ist offensichtlich da an dieser Debatte!

00:03:13: Ich kann nur sagen, dass es nicht schwarz und weiß ist.

00:03:15: Natürlich gibt es Exzesse wo wir viel zu viel von manchen Dingen haben wo man auch sagen würde, die Hälfte würde auch reichen.

00:03:22: Vor allen Dingen in staatlicher Subvention.

00:03:27: Es gibt aber auch viele Städte und Gemeinden, die gar nichts haben.

00:03:31: Wo im Grunde nicht nur die Frage ist habe ich da einen Arzt oder irgendwo ein Steuerberater oder was auch immer?

00:03:39: sondern wo die alltäglichen Bedürfnisse oder die Bedürflisse der täglichen Leben gar nix dar sind.

00:03:43: Und zu diesen alltäglichen Bedürfen zähle ich auch Kunst und Kultur Wir uns ja angewöhnt haben, immer darüber zu diskutieren dass wir die natürlichen Lebensgrundlagen schützen.

00:03:53: Also sprich Natur was absolut sinnvoll ist sogar grundgesetzlich geschützt in Artikel zwanzig A. Dass wir uns auch mal nie fragen, was es eigentlich mit den geistigen Lebensgrundlagen?

00:04:03: Und die geistige Lebensgrundlage sind natürlich Dinge, die sinnstiftend für eine Gesellschaft sind, die am Ende dann die Gesellschaft friedlicher und besser machen.

00:04:12: Lass uns noch über die Zahlen sprechen also Das Land Berlin, das gut eine Milliarde für Kultur pro Jahr ausgibt und der Bund ungefähr zwei Komma sechs Milliarden.

00:04:22: Damit sind wir weltweit doch ziemlich weit vorne?

00:04:25: Also weltweit sind wir mit der schieren Statistik wenn man zum Beispiel sich die Zahl der öffentlich geförderten Orchester Opernhäuser und Theater anschaut.

00:04:35: Da gibt es immer so die Faustregel, dass man sagt rund die Hälfte aller Theater weltweit spielt auf deutschem Boden.

00:04:42: das heißt also, dass wir im Grunde genauso viel öffentlich geförderte Theater-Opernhäuse unter Kester haben wie der ganze Rest der Welt zusammen.

00:04:50: Jetzt kann man sagen brauchen wir das?

00:04:52: Es kommt aus der Geschichte heraus wo wir natürlich die vielen Kleinstarten hatten, die alle an ihren Fürstentümern irgendwelche Kapellen hatten möglicherweise auch Fürstentümer, die dann mehrere davon hatten.

00:05:07: So ist das eben zu erklären und ich finde die Fürstantümer und Kleinstaaten könnten viel Schlimmeres machen als sich ihre Kapellen anzuschaffen.

00:05:14: Sie haben sich nämlich auch dem Beige gesagt ziemlich häufig bekriegt.

00:05:17: Davon fand ich eigentlich dass Investment in die Kapelle und in die Musik, in die höfische Musik viel besser.

00:05:24: Der Posten des Berliner Kultursynathos ist ja wie ein Schleudersitz, da es ja einiges passiert.

00:05:29: Ist das einfach so ein heißes Thema auch wenn man hier zehn Prozent sparen muss?

00:05:35: Also Kultur-Synatho in Berlin ist wirklich ein übler Job!

00:05:38: Das muss ich zugeben... Als

00:05:40: Kulturmanager wäre das jetzt nichts für

00:05:41: dich?!

00:05:41: Die

00:05:42: Börsenberichterstatter ist wahrscheinlich ein bisschen angenehmer aber auch dort gehen die Kurse hinauf und runter Aber mal Spaß beiseite.

00:05:51: Also es ist natürlich so, dass man als Kultursinnator in Berlin eine große Verantwortung hat.

00:05:56: Warum?

00:05:57: Weil Berlin kaum eine Ressource hat die in anderen Bundesländern vielleicht häufig auf dem Schirm gar im Ausland keine Rohstoffe, also wenig indust... originäre Industrie.

00:06:09: Das heißt ich glaube der Klaus Rovereit hat mich mal gehasst, als ich gesagt habe Kultur ... Berlin ohne Kultur-Sinnator is wie Kuwait ohne Ölminister.

00:06:19: Warum habe ich das gesagt?

00:06:20: Weil damals aufgrund der Kabinettsarithmetik den Kultursenator eingespart hat und im Grunde dieser Senatskanzlei geholt hat.

00:06:27: Jetzt kann man sagen, dass der Kultursenator mitten im Senat ist auch ganz gut aber in jedem Fall braucht man da eine starke Stimme weil es eine wichtige Ressource ist.

00:06:37: Berlin hat im wesentlichen Kultur- und Wissenschaft Medizin paar andere Sachen auch.

00:06:43: Aber das ist die große Ressourcen in diesen Berlin geht und die darf man nicht vernachlässigen.

00:06:48: Also wenn man sein Eid auf die Berliner Verfassung schwört, muss man sich mit Kunst und Kultur beschäftigen.

00:06:53: Wenn es jetzt darum geht dass man Geld einsparen muss weil überall das Geld knapp wird?

00:06:57: Wo könnte man dann einsparenden und wo vielleicht nicht?

00:07:02: also ich würde so generell gar nicht formulieren wollen.

00:07:06: Ich finde im übrigen dass man auch dort einsparen muss wo die Menschen sagen Das Angebot hat sich für mich überlebt.

00:07:13: Man muss nicht künstlich Dinge aufrecht erhalten nur weil sie mal über Jahrzehnte so funktioniert haben.

00:07:18: andererseits muss man auch trennen.

00:07:21: Dinge, die sich am Markt realisieren lassen sollte vielleicht auch der Markt regeln.

00:07:27: Dinge ,die man als hochwertig und für die Gesellschaft gewinnen bringt einstuft, die muss man dann eben doch mal staatlich fördern oder überhaupt fordern weil sie eben kommerziell sich nicht am Markt tragen trotzdem aber bedeutsam sind.

00:07:41: Und das ist eine schwierige Debatte.

00:07:43: Ich habe jetzt auch auf die Vorbereitung gelesen dass zum Beispiel Paris jedes Jahr schon mal eine Million für Renovierung und so bereitstellt.

00:07:52: Und Berlin lässt die Opernhäuser erst einmal solange runter rocken, bis sie dann komplett total saniert werden müssen uns gleich dreißig Millionen oder mehr kostet.

00:07:59: ist das vielleicht auch ein Ansatz wo man vielleicht mal drüber nachdenken könnte?

00:08:04: Das sind handwerkliche Fehler, die man sich eigentlich nicht erlauben kann weil ganz im Ernst auch wenn wir jetzt den Pergamon-Altar irgendwie bis zwei tausend sieben dreizig weggesperrt hätten wohl gemerkt machen wir ja nicht aber die vollständige Eröffnung findet eben erst spät statt.

00:08:21: Dann fehlt natürlich Wildkulturerbe irgendwo, was einer ganzen Generation nicht zur Verfügung steht und ich finde es wirklich ein Undink das muss ich wirklich sagen dass die Bauvorhaben von Kulturemmobilien so lange dauern.

00:08:32: also mir grau davor wenn die Philharmoniker dann aus der Philharmenie ausziehen müssen und vielleicht nach Tempo aufgehen und da hat eine ganze Generation die Berliner Philharmy überhaupt noch nicht von ihnen gesehen.

00:08:42: Also warum muss das zehn Jahre dauern?

00:08:45: Warum?

00:08:45: Fünfzehn Jahre.

00:08:47: Ich glaube, wir haben auch noch ein Beispiel von dem wo ein bisschen länger gebaut wird oder irgendwelche Bauzäune dann irgendwo noch lange drum herum stehen ist ja egal.

00:08:55: ich finde nur wir müssen dazu kommen dass wir Renovierungsprojekte refurbishments viel schneller realisieren möglicherweise bei laufendem Betrieb.

00:09:06: die Bayerische Staatsoper macht es ein bisschen intelligenter.

00:09:08: da ist wirklich in der Sommerpause dann paar Wochen ganz dicht und da gehört die ganze Oper Darf die Verwaltung auch nicht rein?

00:09:15: Da gehört die ganze Oper den Bauleuten.

00:09:18: Kann man machen, natürlich ist es auch nach Jahren Jahrzehnten auch mal verschleißter.

00:09:23: muss eine Generalsanierung her, aber die muss nicht zehn oder zwölf Jahre dauern.

00:09:27: Wir haben jetzt auch das Beispiel... Ich

00:09:28: bin ja auch viel im Ausland ganz und alles.

00:09:30: also da vielleicht ein interessantes Beispiel dazu China entstehen tolle Konzertsäle in.

00:09:37: Ich will jetzt gleich die Beispiele nennen, aber ein Beispiel, das uns selbst in Deutschland betrifft.

00:09:43: Das finde ich doch bemerkenswert!

00:09:44: Die meisten Leute wissen gar nicht wie lange der Flughafen Tegel eigentlich gebaut worden ist.

00:09:49: Also wir wissen dass der BER-Flughafen, sagst du mir?

00:09:51: Wie lange?

00:09:52: Zwölf Jahre?

00:09:53: Ja um die dreizehn glaube ich war es wenn mich vielleicht auch zu zweit.

00:09:57: Und wie lange war Tegels?

00:09:58: Wir reden über das Jahr neunzehnteinneunundschwürzig drei Monate drei Monate.

00:10:05: Nach drei Monaten war die Stadt planiert und die Flugzeuge erst konnten abheben, okay?

00:10:10: Das dranste drum herum waren noch nicht so richtig aber das zeigt doch, es ist im Übrigen gleiches Genre, gleiche Stadt, gleicher Architekt Gerkan Mark und Partner.

00:10:19: Und das zeigt auch dass wir Dinge viel schneller könnten.

00:10:22: wenn wir sie denn schneller wollten War eine andere Zeit.

00:10:25: Aber damals gab's noch kein Digital Twin den es bei Siemens gibt.

00:10:29: Es gab keine Computertechnik die Dinge simuliert Die mussten halt einfach alles noch zeichnen und so weiter.

00:10:36: Drei Monate.

00:10:37: Im Tegel sind die halt immer im Kreis gelaufen, war ja einfach das zu wollen.

00:10:41: Vielleicht haben wir beide noch nicht gelebt.

00:10:44: Aber jetzt ... Wir sehen ja auch Schloss Bellevue, acht Jahre dicht der Sitz des Staatsoberhauptes also auch da.

00:10:50: Acht Jahre auch wieder eine Generation, die dann fast das denn nicht erlebt?

00:10:54: Ja wenn man jetzt natürlich wie Gott in Frankreich leben würde, hätte man eine ganze Reihe an Auswahl anschönen Schlössern.

00:11:02: Das haben wir eben in Berlin auch nicht, da ist das Schloss-Bewüh.

00:11:07: Wir haben hier auch noch eins vor der Tür?

00:11:08: Ja!

00:11:09: Ist das ein Schloss?

00:11:11: Gut... Es gibt eine Menge Locations.

00:11:15: Neudeutsch die man herrichten könnte passiert ja auch.

00:11:18: aber jetzt sagen wir mal dass das Schlost-Bewewüh der wirkliche Arm sitzt so gleich übrigens auch Willa Hammerschmidt immer noch im Bonn.

00:11:26: ob das jetzt auch wieder acht Jahre dauern muss weiß ich.

00:11:30: Also, ich weiß es.

00:11:32: Wir haben ein Besuch bekommen vom Arztprogramm München und vom Ministerpräsidenten aus China.

00:11:38: Da haben die Leute – da war eine große Baustelle davor, hat mir übrigens unser CEO erzählt – gab's ne Baustell vor?

00:11:44: Und da kamen die Vorhut dieses chinesischen Besuchs und sagten, ja wenn der Präsident kommt dann ist ja die Bausteller denn weg.

00:11:50: Dann meinte, nee, die ist nicht weg!

00:11:54: Willkommen in Deutschland.

00:11:56: Da war natürlich, musste auch der Staatspräsident durch die Bau-Zäune durchfahren um sich dann da den Platz zu suchen weil er reinkommt.

00:12:03: also... ...da war überhaupt kein Verständnis dafür da wenn da jemand kommt aus dem Oberster Regierungszirkel dass da nicht alles gemacht ist der rote Teppich darliegt und alles geregelt ist.

00:12:15: ich meine letztlich die potientischen Dörfer die wir dann auch aus einem anderen Teil der Geschichte können.

00:12:21: hat es auch nicht besser gemacht ein Stück weit zu zeigen, wie es wirklich ist?

00:12:24: ja auch in Ordnung.

00:12:25: Aber ich verwehre mich dagegen dass Dinge so lange dauern müssen.

00:12:31: Andere Diskussion BAföG soll wahrscheinlich nicht erhöht werden weil eben auch gespart werden muss.

00:12:36: sparen wir da nicht an der falschen Stelle wenn gerade an der Ausbildung und Bildung generell gespart wird?

00:12:43: Also generell an Bildung sparen immer falsch.

00:12:47: jetzt muss man sich das ein bisschen näher anschauen.

00:12:50: Ich bin jetzt kein bildungspolitischer Experte und möchte mich da auch nicht aufs glatte Eis bewegen.

00:12:59: Natürlich hat auch ein Bildungsetat seine Grenzen, nebenbei gesagt muss man da ja auch mal die Länder anschauen weil Bildung ist nach wie vor in Deutschland Ländersache.

00:13:08: Da ist natürlich hat es einen Land wie das Saarland oder vielleicht auch Thüringen ein bisschen schwieriger als vielleicht Bayern oder NRW.

00:13:18: Aber um es um deine Frage konkret zu beantworten, ich glaube die Ressourcen in die Ausbildung junger Menschen zu geben ist elementar wichtig.

00:13:28: Das heißt aber nicht dass nicht die auszubildenden oder die jungen Menschen völlig frei davon sind sich auch selbst um ihre Finanzierung Grundlage ein bisschen so kümmern.

00:13:38: Ich selbst habe auch im Studium bestimmt zwanzig Stiftung angeschrieben in Sachen Stipendium und dann sind halt auch zwei hängen geblieben.

00:13:46: Also ich glaube, da wissen die meisten – das möchte ich eigentlich auch im Rahmen dieses Podcasts hier auch anderen mitgeben.

00:13:52: Dass wer immer in die Ausbildung geht schaut an was es für Stiftungen gibt.

00:13:56: Was es für Möglichkeiten gibt, Stipänen umzukriegen?

00:13:58: Wir haben in Deutschland die letzte Zahl, die ich vor Jahren kenne ist irgendwie dreißigtausend Stiftung-Bürgerlichen Rechts.

00:14:05: Da sind auch viele mit Kunst und Kulturbezug dabei.

00:14:07: also man kann wenn man sich mal den Stiftungsführer gibt eine Menge raussuchen, was vielleicht zu einem passt Und die dann wirklich auch nahenlos anschreiben, sich bewerben auf Leute zu gehen.

00:14:17: Da bleibt was hängen!

00:14:18: Die Bürgergesellschaft in Deutschland hat etwas übrig für Leute, die in die Ausbildung kommen.

00:14:23: Sie haben was übrig für Nachwuchs.

00:14:25: Es ist ja auch faszinierend.

00:14:26: Ich meine ich kümmer mich jetzt meinen Leben lang eigentlich auch um musikalischen Nachwuchs und um die Förderung von Talenten.

00:14:33: Das ist ja extrem schön und smart.

00:14:35: Es macht eine große Freude.

00:14:36: Der Ahrend Ötgert immer gesagt es anstifter zum Stiften.

00:14:40: Das ist ein schönes Bild.

00:14:41: Es macht Spaß junge Talente zu fördern.

00:14:45: Aber trotzdem, das ist eine zweisaitige Sache.

00:14:47: Jeder muss damit wirken auch der etwas bekommen möchte.

00:14:51: Du hast die Stiftung angesprochen?

00:14:52: Ist denn in Deutschland genug Geld dafür diese jungen Talente für den Nachwuchs?

00:14:57: Ja, Geld ist immer genügend da es gehört nur immer jemand anders.

00:15:01: Also ich glaube wenn es eine Landschaft gibt, die über einen Hoßmaß an Talentförderung in der Breite verfügt dann ist es auch Deutschland.

00:15:08: Deutschland ist sicherlich nicht das Land mit der höchsten privaten Kulturfördering.

00:15:13: Da haben wir im amerikäischen Bereich ein anderes System.

00:15:17: Da sind viel mehr private Player, Fandgeber usw.

00:15:23: Aber wir haben einen hohes Maß an institutioneller Förderung in Deutschland von der natürlich in der Breite dann auch wieder Peer Groups profitieren.

00:15:32: Das zum Beispiel die Berliner Philharmoniker waren ja die ersten, die im Grunde mit der Karajan Akademie dann auch institutionell den Nachwuchs an sich gebunden haben.

00:15:40: das macht mittlerweile fast jedes Orchester.

00:15:43: Auch in der Bildenden Kunst haben wir Artist-in-Residence-Programme, wo wir versuchen, junge Künstler an die Museen ranzubringen usw.

00:15:52: Das findet alle statt.

00:15:54: Ich glaube nur jeder, der gerne ins Museum und Konzert oder ins Theater geht sollte sich fragen was tu ich eigentlich persönlich dafür?

00:16:04: Reicht es wenn nicht hin und wieder ein Ticket Kaufer, das subventioniert ist.

00:16:07: Oder sollte ich nicht auch in einen Förderverein gehen?

00:16:11: Jede hat nicht die Möglichkeit eine eigene Stiftung zu gründen.

00:16:13: Aber in ein Fördererein zu gehen oder sich in einem Kuratorium zu engagieren... Das mache ich ganz viel und mit großer Freude.

00:16:21: Das können wir eigentlich alle machen.

00:16:22: Es kostet dich viel Zeit!

00:16:23: Du sagst ja auch Musik macht uns nicht nur musikalischer sondern verändert die Menschen auch vor allem wenn man früh anfängt.

00:16:32: Ja, da gibt es also eine Menge neurophysiologische Studien dazu gerade im vorschulischen Bereich was Musik für einen Impact auf die Menschwertung hat.

00:16:43: Da ist man früher davon ausgegangen dass das sehr viel später passiert.

00:16:47: heute weiß man das finde so zwischen drei und fünf insbesondere statt.

00:16:50: deswegen das Beste was man eigentlich tun kann ist Kindern oder eigentlich einen Zugang zu ästhetischer Bildung zu verschaffen.

00:16:58: Auch das ist ein großmaß an Sonntagsrederei, aber weil es im Ende auch viel Arbeit bedeutet.

00:17:04: Arbeit also die Leute Kinder zum Üben zu bringen, zum Unterricht zu fahren und so weiter.

00:17:08: Aber es ist lohnt sich wirklich!

00:17:09: Und Manuel hat ja gesagt wenn jeder Instrument spielen würde dann bräuchte man keine Gefängnisse.

00:17:18: Das halte ich für übertrieben, aber der Gedanke dass wer sich einfach mit ästhetischen künstlerischen Dingen befasst Erst mal keine Zeit hat, um Blödsinn zu machen.

00:17:29: Ist auch wahr!

00:17:31: Du bekommst ja auch viele Bewerbungen auf den Tisch und da fragst du ja auch ganz gezielt nach der Kindheit?

00:17:38: Ja das ist vielleicht so eine Marotte.

00:17:40: Genau aus dem Grunde die meisten die so bei Bewerbung loslegen und sagen was über sich erzählen Lebenslauf präsentieren sagen dann ja und als ich das Studium fertig habe hab' ich das Praktikum Y und bin ich darunter eingestiegen.

00:17:54: Da muss ich sagen Warum haben die Leute dann erst mal die ersten zwanzig Jahre verschwiegen?

00:17:59: Ich finde das super interessant.

00:18:00: Ich fragte nach dem Kindergarten, was sie da gemacht haben, ob Sie sich an Interessen erinnern können oder wofür sie gebrannt haben als Kind und was sie vielleicht gemacht haben als sie zwischen fünf und zehn, ob sie da ein bisschen getanzt haben oder gemeinsam einen kleinen Chor waren oder so... Das prägt die Leute!

00:18:18: Ich finde es super spannend.

00:18:20: Wenn ich an meine Schulzeit denke wir hatten immer Orchester, Musicals, Big Band, Chor Und meine ganze Schulzeit verbinde ich eigentlich immer mit so zwei Jahresrhythmen, weil wir da immer größere Produktionen des Musicals hatten.

00:18:32: Das war für mich auch in der Entwicklung etwas ganz Besonderes und ganz Wichtiges, als ein super Schüchternes Kind war.

00:18:39: Diese Möglichkeiten auf die Bühne zu gehen hat schon was bewirkt.

00:18:42: Genau!

00:18:42: Das trainiert auch und das stellt auch... weil man dann auch aus der Komfortzone ein bisschen raus muss.

00:18:47: und ich glaube die Tatsache, dass du jetzt eben permanent auf der Bühne stehst sicherlich in anderen Kontexten oder so kommt möglicherweise auch daher das du da früher irgendwo eine Affilität gesehen hast.

00:18:57: Also da glaube ich felsenfest daran, dass es da eine Korrelation gibt.

00:19:01: nebenbei gesagt gibt es auch genügend Untersuchungen die sagen, dass die Verfassung mit einem Instrument die späteren Berufsaufsichten signifikant auch steigert.

00:19:13: ja Jetzt ist da natürlich eine Bayerstrinne, es gibt Leute die kommen aus guten Elternhäusern wo sozusagen das Musikieren und die ästhetische Bildung irgendwo dazugehört.

00:19:22: Die haben's natürlich per se leichter.

00:19:24: Es gibt aber auch Leute die sich damit befassen und dann später aufgrund obwohl sie auf keinen besonders reichen Haushalten kommen durch diese Befassung damit ihr Gehirn entsprechend angeregt haben und es dann später weit gebracht haben.

00:19:41: Da gibts auch genügend Beispiel dafür.

00:19:43: Und letztlich hat Albert Einstein sinngemäß gesagt, all my findings also eigentlich um alle meine Erkenntnisse are based on the skills of my violin.

00:19:52: Also er hat direkt seine Erkenntnisse und seine Erfahrung hatte in direkten Zusammenhang mit dem Zauber seiner Violine gestellt.

00:20:00: Allein das reicht mir eigentlich

00:20:01: schon.

00:20:02: Weil man am Ende auch die Disziplin haben muss?

00:20:03: Die Konzentrationen, dass üben, die Kreativität alles zusammen?

00:20:08: Ja das hat sich vielleicht noch nicht rumgesprochen.

00:20:12: Wer das noch gesagt, Kunst ist schön macht aber viel Arbeit.

00:20:14: Ich glaube Karl Valentin es hat sich noch nicht rumgesprochen dass er künstlerische Beruf eigentlich sehr hart sehr anstrengend oft sehr einsam ist und auch eine Menge intrinsische Motivation schon hervorruft.

00:20:27: Aber das ist überall so.

00:20:28: Das ist beim Eislaufen so, das ist also beim Sport so Und am Ende ist es in jedem beruf so.

00:20:35: Also der wirklich professionell einer Sache nachgeht.

00:20:38: Schoenberg hat gesagt, Kunst kommt nicht von Können sondern kommt vom Müssen und so ist es eigentlich mit jeder professionellen Disziplin.

00:20:45: jemand der etwas sehr leidenschaftlich machen möchte, der muss das machen!

00:20:49: Der sagt nicht will ich jetzt das machen?

00:20:51: Also die sind dann nicht ambivalent, sondern sie sind sehr klar und sagen Ich muss das unbedingt machen.

00:20:55: Das ist mein Thema, das möchte ich machen Und so kommt am Ende dann möglicherweise auch der Erfolg.

00:21:01: Letzte Fußnote dazu.

00:21:02: Manche werden darüber natürlich auch verkrampft und wollen das unbedingt machen, wollen und werden dann so verkrampft dass sie sagen wir die leichte Herangehensweise, die man an einen künstlerischen Beruf auch braucht ein bisschen vergessen und dadurch durch das Verkrampft sein dann im Grunde sich selber Schwierigkeiten machen.

00:21:20: Das ist der große Grad dem man bei einem künstlerschen beruf Begegnen muss.

00:21:25: und was man auf der Geige permanent trainiert ist spielerische Portamente, glissanden die Ritter dann, die einübt bis zum Erbrechen auf der Bühne ist aber so dastehen muss als wäre es einem gerade eben eingefallen.

00:21:40: Ich bin ja recht viel in der Kunstzene unterwegs und da gibt's so Statistiken dass ungefähr siebzig Prozent der Künstler und es kommen jedes Jahr hunderttausende Absolventen auch wieder dazu weltweit das Siebzig prozent davon nicht leben können.

00:21:51: wie ist das denn in der Musikbranche?

00:21:55: Wilhelm Busch hat gesagt Oft kennt man wen der Bilder malt, nur selten denen, der sie bezahlt.

00:22:01: Ist natürlich unnachahmlich ausgedrückt aber was so Hufo Moorvoll klingt hat ein wahnsinnig ernsten Hintergrund.

00:22:07: also wenn man mal die Daten der Enquete-Kommission Kultur in Deutschland ist schon relativ alt die Untersuchung sieht dann ist das Jahreseinkommen was schätzt du?

00:22:15: Was ist ein Jahreseinkommen eines Künstlers in Deutschland?

00:22:17: alle Künste zusammengenommen

00:22:19: erhoben

00:22:19: von der Künstlersozialkasse?

00:22:21: wahrscheinlich wenig.

00:22:21: ich sag mal zweitausend

00:22:23: pro was

00:22:24: pro Monat.

00:22:27: Nee, ist doch viel weniger.

00:22:28: Es ist zwölftausend Euro.

00:22:31: Zwölf tausend?

00:22:32: Euro!

00:22:33: Das ist also nicht mal zum Sterben zuviel.

00:22:36: Also es ist wirklich nichts, also wenig.

00:22:39: und daher ist halt die Frage wie kann man eigentlich den künstlerischen Nachwuchs sichern wenn die Perspektiven so schlecht sind?

00:22:47: wir reden jetzt hier wohl gemerkt von einem Durchschnittswert.

00:22:49: natürlich gibt es wahnsinnig viele Künstler, die irgendwie auch schon irgendwie davon leben können.

00:22:55: Und dann gibt es eine kleine Zahl, die sehr gut davon leben kann und so ist das nun mal.

00:23:02: wenn man Erfolg am Markt hat, ist es leichter.

00:23:05: Trotzdem sollten wir als also die Regulationsmechanismen der staatliche regulativ sollte schon schauen dass künstlerische Dasein nicht per se ein selbst ausbeuterisches Gebaren ist.

00:23:22: Wie tut man das?

00:23:24: Es gibt natürlich Instrumente wie die Künstler-Sozialkasse, es gibt Mindesteinkommen all solche Sachen.

00:23:30: Am Ende glaube ich aber dass viel mehr bewirken würde wenn die Rahmenbedingungen für ein Kulturstaat für ein öffentliches Wesen was Kunst und Kultur befördert stark ist.

00:23:42: Das also klar ist, dass es zum gesellschaftlichen Leben dazugehört, dass man diese Angebote vorhält.

00:23:50: Infrastruktur, ich nennen sie immer kulturelle Infrastruktur zieht ja dann auch letztlich sekundäre Angebote nach.

00:23:57: Also Labels, Katalogmacher, Kinos Ausstellungsmacher Kuratoken das ist alles der Sekundärmarkt der sozusagen von der kulturellen Infrastruktur profitiert und die Kulturwirtschaft selbst nebenbei.

00:24:09: also das ist derjenige Wirtschaftsbereich der im Grunde kulturell Produkte zum eigenen Kerngeschäft zählt.

00:24:17: Verlage, Kinos etc.

00:24:20: Die machen übrigens in Europa eine Brutto-Wertschöpfung aus die Höhe ist als die chemische Industrie?

00:24:26: Du sagst ja auch dass man sich als Künstler und Musiker als Unternehmer verstehen muss.

00:24:31: also man muss hier auch um Steuern kümmern können um Rechnungen usw.

00:24:34: ganz wichtige Themen die man aber nicht lernt

00:24:37: Genau!

00:24:37: Also mein Studierend sage ich ganz oft also kümmert euch darum mal was eigentlich der Unterschied zwischen Einkommen und Mehrwertsteuer ist also solche Sachen.

00:24:47: Also, man ist Unternehmer.

00:24:48: Man ist Einzelunternehmer.

00:24:51: Andere Künstler die es dann wirklich sehr weit gebracht haben wie Olaf Oylison jetzt mal in der Bildendenkünstlerin.

00:24:56: Sie haben richtige Unternehmen da stecken also viele, viele Mitarbeiter dahinter.

00:25:00: das ist denn was ganz anderes ja?

00:25:02: Die handeln tatsächlich auch als Institutionen aber in den Regeln sind die Künstlern und Künstle sind Einzelunternehmer die sich um alles kümmern müssen, um Freibeträge in der Einkommen und Umsatzsteuer, um das Selbstmarketing, um Social Media.

00:25:19: Also wenn ich also an der Hochstudie bin und die studieren mich fragen so ja was soll ich als nächstes machen?

00:25:25: Nur üben oder kommt dann die Agentur, die mich dann heilt und sagt mach mal die erste CD finanzieren wir dir.

00:25:33: diese Arten von Impressarien gibt es nicht mehr.

00:25:36: man muss das alles selber machen.

00:25:37: und Leute die auch so.

00:25:39: ich nenne jetzt mein Beispiel Anne-Sophie Mutter Die hat verstanden, dass sie mindestens am Tag bestimmt zwei Stunden sich für das Marketing und Selbstmarketing nehmen muss.

00:25:49: Das ist einfach so!

00:25:51: Ist das gut so?

00:25:53: Weiß ich nicht.

00:25:54: aber in jedem Beruf auch wenn man Wurscht verkauft muss man sich um Marketing kümmern selbst wenn man mit Liebe Fleischer isst.

00:26:00: Ja das muss man einfach machen und es kann auch Spaß machen.

00:26:03: nebenbei gesagt Wenn man seine eigene Marke erfindet eine eigene Markel kreiert die Marke Manuel Koch weiterentwickelt sind eigentlich selbstoptimierende Prozesse, die zu einem Unternehmen ganz normal dazugehören.

00:26:18: Hat Social Media auch das Bild eines Künstlers verändert?

00:26:22: Also erst mal Social Media hat das Leben von Künstlern und Künstler verändert weil sehr viel stärker mitgedacht werden muss wie das eigentlich in den sozialen Medien funktioniert.

00:26:31: Früher waren es so dass die Labels Deutsche Grammophon Sony etc.

00:26:35: weiter... Die haben im Grunde Künstlor angeschaut, dann auch aufgebaut, ein bisschen vermarktet mit ihren Releases und so weiter.

00:26:43: Heute passiert das anders.

00:26:44: die gucken wer läuft eigentlich schon auf Social Media gut?

00:26:47: Und dann werden diejenigen geheiert und geklickt.

00:26:50: Das finde ich zum gewissen Maße brenzlig weil damit die Verantwortung für die Entwicklung eines Künstlers ausschließlich auf den Künstler abgewählt wird.

00:26:59: Ich finde es schon okay, dass der Künstler im Wesentlichen dafür selbstverantwortlich ist.

00:27:04: Ich find's aber schwierig, dass ein Künstler sich nicht auch mal Fehltritte erlauben kann wo es eben dann mal runter geht mit den Clicks oder whatever weil man ja wirklich mal – wir kennen das hier alle als junge Menschen – man macht auch mal Blödsinn wenn ich überlege, dass ich mich früher auch im Studium irgendwie als Paganini verkleidet habe und irgendwo da bei der Vereins- und Westbahn... Gibt´s die

00:27:22: Fotos noch?

00:27:23: Ja genau

00:27:24: können wir mal austauschen gerne!

00:27:26: Das war natürlich blödsin Spannend, lustig und whatever.

00:27:31: Man macht eben seine Dummheiten... ...und man muss sich auch ein Stück weit ausprobieren können.

00:27:37: Und das Netz verzeiht da wenig, muss man ehrlicherweise sagen.

00:27:41: Deswegen finde ich, dass ja jeder eine Chance hat, auch beraten zu werden von Leuten die erfahren sind.

00:27:46: Und deswegen mache ich das wirklich oft und gerne mit den Künstlern und Künstlerinnen, die wir im Siemens Arts-Programmen zusammenarbeiten, also die vielleicht auch mal vorgespielt haben sehr individuell von uns dann auch beraten und gefördert werden können, dass wir da natürlich auch darauf hinweisen.

00:28:02: Was kannst du machen?

00:28:03: Was solltest du machen was möchtest du machen vor allem auf Fragen stellen wo möchtesst du eigentlich am Ende sein?

00:28:09: Was ist dein Beruf?

00:28:11: Wofür brennst Du?

00:28:13: Habe ich leider an Hochschulen auch schon gehört die einfach sagen ja ich will eine Orchester-Stelle haben.

00:28:17: das war es!

00:28:19: Das ist für mich jetzt nicht der oberste künstlerische Erprod nicht wegen Orchester Stelle sondern weil eigentlich ein Künstler immer ein inhaltliches Anliegen haben sollte und kein Statusanliegen habe, zunächst mal.

00:28:32: Weil du über junge Talente gesprochen hast – wir haben natürlich auch ein junges Talent heute hier!

00:28:37: Ach, hör

00:28:37: auf!

00:28:38: Rainer Zufall Jumi Samponi.

00:28:40: sie ist eine italienisch-japanische Geigerin.

00:28:43: Sie hat schon in Moderna London und aktuell hier in Berlin studiert sie In der Barenbäume Said Akademie gleiche um die Ecke Und sie spielt ein Stück, das als eines der schwersten Geigenstücke der Welt geht.

00:28:56: Die letzte Rose von Heinrich Wilhelm Ernst und wir hören uns mal an was sie zu spielen, was sie uns vorspielt.

00:29:03: es wird nicht lange dauern aber das genießen wir.

00:29:05: herzlich willkommen Jumi Samponi.

00:31:05: Es klingt so locker-flockig Aber um das so hinzukriegen muss man wahrscheinlich sein ganzes Leben der Geige gewidmet haben.

00:31:12: Genau, oft sind Dinge die sehr einfach klingen gar nicht so einfach.

00:31:15: Man hat ja so leicht gehört das dieses Thema dort von einem Pizzikarte aus der linken Hand begleitet wird – es ist eine spezielle Technik, die Paranini auch gerne benutzt hat.

00:31:25: Dadurch kommt nochmal ne extra Stimme rein und man hat ja leider nur zwei Hände und wenn man diesen Polyfongedanken da tragen möchte dann... sind das schon eine Menge Stimmen, die da man zusammen im Kopf bewegen muss.

00:31:39: Das wird nachher der Stück noch... Ich habe es im Studium auch gespielt also es wird noch viel virtuosa kommen, also wildeste Sachen darauf von Doppelgriff, Laschuletz bis irgendwas.

00:31:47: Das fordert dann wirklich alle Kraft würde diesen Rahmen wahrscheinlich jetzt sprengen aber es ist ungeheuer schwierig und ihr habt gesehen mit welchem Zauber sie das gemacht hat.

00:31:56: Das ist am Ende denn doch leicht und flockig, hast du so gesagt, klingt?

00:32:00: Das ist dann eben die große Könnerschaft die man erreicht muss.

00:32:04: Heinrich Willem Ernst kennt viele nicht, hat auch den Erlkönig für Geige, wer das von Schubert kennt und sieht wie die Pianisten in den Oktaven arbeiten müssen.

00:32:11: Der weiß dass es auf der Geige gespielt nochmal doppelt schwer ist.

00:32:15: also kann ich sehr empfehlen an die Hörerschaft mal Heinrich Wilhelm Ernst den Erkönig in die letzte Rose lohnt sich's mal zu hören.

00:32:21: Wie findet ihr denn die Talente?

00:32:22: oder finden die euch?

00:32:23: Ist das so eine Mischung?

00:32:25: Naja, oft ist es so, dass wir mit verschiedenen Institutionen mit denen ich auch, sagen wir mal institutionell verbunden werde.

00:32:34: Das heißt mal Kuraturinsmitgliedschaft oder so zum Beispiel Stiftung Musikleben in Deutschland oder Baremboim Said Akademie dass wir dann natürlich gucken wie können wir denn eigentlich bestimmte Talente unterstützen?

00:32:44: und ja da gibt es vom Siemens Arztprogramm von meinem Team, die Kollegen sind ja auch teilweise hier.

00:32:50: Die organisieren dann wirklich eine großartige Audition wo man ganz speziell schaut bestimmte Skills abruft, die für diesen besonderen Zweck den wir aus unseren Projekten heraus anstreben braucht.

00:33:03: also ich nenne mal ein Beispiel jetzt mit der Jumi.

00:33:07: spiele ich denn jetzt in Bulgarien?

00:33:10: das ist beim Warner Festival

00:33:12: zusammen mit Jume

00:33:14: Mit Jume, genau.

00:33:15: Hat dich was anderes wert?

00:33:16: Nein, aber du hast es nicht gesagt.

00:33:17: So habe ich's verstanden.

00:33:18: Aber ihr spielt zusammen!

00:33:19: Richtig.

00:33:20: Ich wollte ja nochmal wie sich diese Systematik wie die entsteht mit den Künstlerinnen und Künstlern, mit denen wir arbeiten.

00:33:26: also da gab es in einer Audition mit der Baran-Böhm-Saitakademie haben wir dann uns ein paar angeschaut zu sechs, sieben, acht Künstlerin und Künster und mit dem speziellen Profil in dem Fall ein bestimmtes Stück von Mozart Also die Musik der Konstantanten einzuüben und zu zeigen.

00:33:43: Es gibt nämlich zwei Konchertanten, die meisten kennen nur die Isto-Konchertante und es gibt noch eine Ado-Konzerte wie ich.

00:33:47: Ich erspare euch jetzt die Einzelheiten aber Tatsache war wir wollten Streicher finden Geigebratze und Cello, die eben das besonders gut können weil wir sie dann auf dieses Festival in Bulgarien mitnehmen.

00:33:59: und da wird denn unter meiner Leitung mit dem Wiener Kammerorchester ein Konzert stattfinden was auch größere Beachtung findet weil das Warner Musikfestival ist eines der ältesten in Europa über hundert Jahre alt, hohe Tradition.

00:34:11: Hinzu kommt, dass ich es auch wichtig finde, dass wir mal nach Bulgarien den Blick richten.

00:34:15: Weil Bulgarien in diesem Jahr gerade den Euro bekommen hat und ich finde als besonderer Pro-Europäer das wir wirklich schauen sollen, dass die europäischen Staaten hier das da genau hingeschaut wird und wie auch zusammenhalten.

00:34:26: Das heißt natürlich auch kulturelle Verbindung.

00:34:29: Lange Rede kurzer Sinn dieses Casting hat dafür geführt, dass mit Jumi und noch zwei anderen Künstlern dann dieses Konzert bestreiten und da freu ich mich schon ungeheuer drauf wird mit Sicherheit interessant.

00:34:49: Sie hat die Geige schon eingepackt?

00:34:51: Wahrscheinlich, weil sie jetzt üben geht und für Warner zu üben.

00:34:53: Sie geht hier nebenan gleich in die Akademie, die ja wirklich nur einen Katzenwurf entfernt ist und manchmal kommen auch so ein bisschen die Übenden rüber wenn die Fenster auf sind.

00:35:02: das ganz schön.

00:35:04: Stimmt!

00:35:04: Jetzt weiß ich auch als du den Salon gegründet hast Deswegen, weil die Bahrendolm Said Akademie so in der Nähe ist.

00:35:10: Das stimmt und die Staatsoper natürlich auch.

00:35:12: Das ist super!

00:35:13: Weil da hat man dann nur mal schnell drei Minuten vor Beginn läuft man rüber.

00:35:17: Ja

00:35:17: aber um das nochmal abzuschließen für mich ist es eine besondere Freude wirklich mit Talenten, herausragenden Talenten die am Anfang ihrer Karriere stecken.

00:35:26: Dann solche Dinge zu entwickeln und ihnen dann auch ein bisschen was von meiner Kenntnis weiterzugeben.

00:35:31: Das haben wir ja auch mit Norlich mit einer zwölfjährigen Schulistin gemacht Charlotte Melconian mit der ich in der Carnegie Hall gespielt habe.

00:35:38: das ist natürlich ein Riesenerlebnis.

00:35:39: also wenn ich die heute treffe sage sie würde es unbedingt normal machen das war once-in-a-time.

00:35:44: Und was gibt's ein schöneres als wenn später vielleicht junge Erwachsene sagen mein prägendes Erlebnis vom Siemens Arztprogramm unterstützt, einen Debüt in der Carnegie Hall zu haben.

00:35:56: Und das ist doch wunderbar und das werden sie nicht vergessen!

00:35:59: Deswegen kann ich nur raten diese Things you can buy Themen sind neben Geld auch eine schöne Sache.

00:36:07: Weil ich vorhin schon über das Musik bei mir an der Schule gesprochen habe wir mal in der Berliner Philharmonie gespielt und da stand ich dann auch auf der Bühne und das sind die Momente, ne?

00:36:15: Da hab' ich gesungen Jackal and Hyde Musical, das sind so Momente die man halt auch wirklich nie vergisst.

00:36:21: Auch wenn ich da schon achtzehn war und das natürlich für mich jetzt kein Berufswunsch war.

00:36:24: aber es sind ganz tolle Momente.

00:36:26: Ja unbedingt!

00:36:28: Und damit er übrigt sich eigentlich die Frage vom Anfang brauchen wir Kunst oder Kultur?

00:36:33: Hast du sie selbst beantwortet?

00:36:35: Wie war das bei dir?

00:36:36: Du hast ja Medizin und Musik studiert.

00:36:40: War denn irgendwann klar in welche Richtung es dann doch eher geht?

00:36:44: Ja, das war dann klar.

00:36:46: Aber ich habe ein paar Jahre gebraucht – also sicherlich nicht in der ersten Dekade meines Lebens sondern mit Sicherheit – um zu verstehen dass es Menschen gibt die in der Tiefe funktionieren und Menschen gibt, die in einer Breite funktionieren.

00:37:01: Ich funktioniere in der Breite, weil ich so interessiert an verschiedenen Sachen bin.

00:37:04: Dass ich also interdisziplinär arbeiten möchte und auch Brücken zwischen verschiedenen Welten herstellen will.

00:37:10: Ja unter Ärzten gibt es ganz viele Leute die Musik interessiert sind.

00:37:13: das interessiert mich aber viel weniger.

00:37:15: manchmal interessieren mich die Musiker die an der Medizin interessiert Aber im Wesentlichen interessieren mich offene Menschen, die neugierig auf den Bereich des jeweils anderen sind und das ist spannend.

00:37:26: Und ich habe dann irgendwann gesehen dass es Menschen gibt, die das vortrefflich machen.

00:37:31: da gab's ein Dirigent der hieß Giuseppe Sinopoli.

00:37:33: manche erinnern sich an ihn.

00:37:35: großer Dirigent auch großer Wagner-Dirigent ist leider hier in Berlin an der deutschen Oper vom Podium gekippt und war dann tot.

00:37:42: Ja für

00:37:43: ihn vielleicht aber dann noch ein schöner Tod

00:37:44: oder?

00:37:45: Kann man so sehen.

00:37:45: jedenfalls waren ausreichend dramatisch Und da würde ich jetzt eigentlich ungerne nacheifern in der Weise, aber es war doch jedenfalls jemand... Der war nämlich nicht nur Dirigent.

00:37:55: Er war selbst auch gelernte Arzt und hat später noch Anthropologie dazu gemacht also eine Art Faustschweinuniversal gelehrter dessen romantisches Lebensmodell ich irgendwo auch interessant fand ja?

00:38:06: Wer in der Breite funktioniert, guckt halt in bestimmte Bereiche rein und sucht wie er sie verbinden kann.

00:38:15: Es war relativ klar früh, dass ich nicht Arzt werden würde.

00:38:19: Jedenfalls nicht professionell.

00:38:20: Wenn gleich ich heute sagen muss, dass die Skills, die ich da vorhaben für meinen heutigen Beruf immer noch irgendwo auch zu gebrauchen sind... ...aber keine Angst!

00:38:27: Ich würde niemandem raten sich von mir behandeln zu lassen.

00:38:28: Das kann also denes gefährlich sein.

00:38:30: Also im musikalischen Bereich habe ich sicher Skills anzubieten, die ein bisschen safer

00:38:37: sind.".

00:38:37: Du bist ja dann irgendwann in die Politik Richtung gegangen und warst auch In der Beratung von Angela Merkel, was hast du da genau gemacht?

00:38:46: Ja

00:38:47: in dieser Transformationsphase wo mir die Breite sehr wichtig war.

00:38:50: Das hat sich durch einen Zugeviel ergeben.

00:38:52: auch da war es eine Chance.

00:38:54: die Möglichkeit beim Bundespräsidenten mal zu spielen hat dann dazu gefügt dass jemand mein Lebenslauf sah und meinte das wäre doch mal jemand der irgendwo aus der Praxis die Bereiche Kultur und auch möglicherweise Wissenschaft so beurteilen kann politischen Umfeld oder in prä-politischem Feld wichtig sein könnte.

00:39:13: Ich war dann auch Stipendiat der Adenauer Stiftung und dann war es irgendwie auch klar, dass da irgendwo eine Connection da war.

00:39:19: Und ich wollte dann auch irgendwie sagen ja jetzt gebe ich auch da irgendwie ein bisschen was zurück.

00:39:22: im jungen Jahr, hat man auch so ne art romantische Vorstellung.

00:39:25: möglicherweise hat man gar nichts zurückgegeben aber jedenfalls habe ich's versucht und hab da eben sehr viel gelernt.

00:39:31: was das Thema Kultur und Wissenschaftspolitik anbelangt.

00:39:34: Habe ich also Handwerk gehört was sich heute auch in meiner Funktion als Künstlauschleiter, aber auch als Manager eines Programms.

00:39:41: Aber auch in der Stiftungslandschaft und den Kuratorien und ihren Ämtern, in denen ich zu Hause bin dann gebrauchen kann.

00:39:48: Das ist also eine sehr gute Schule gewesen.

00:39:53: Abgesehen war es natürlich interessant einmal zu sehen wie jemand Merkel da an die Sachen rangeht.

00:39:57: Ich habe ein bisschen gelernt.

00:40:00: was heißt eigentlich politische Intriege?

00:40:02: Auch solche Dinge braucht man Nicht, dass man sie selber anwenden möchte.

00:40:05: Aber du musst lesen können wenn Einnahmen aufkommen ist und ich weiß nicht ob ich es kann.

00:40:12: aber sagen wir mal so Ich bin vielleicht im Mittelfeld dessen was das Lesen von heran nahmen politischen Intrigen bedeutet.

00:40:21: Und

00:40:21: Angela Merkel ist wahrscheinlich auch jemand die in der Breite funktioniert?

00:40:24: Ja!

00:40:25: So sehe ich das.

00:40:26: Aber so muss eigentlich ein Bundeskanzler funktionieren.

00:40:29: warum?

00:40:30: weil er oder sie eben morgens Verteidigungspolitik, Mittagsbildungspolitikt nach Mittagswirtschaftspolitikk auf den Tisch kriegt und die Fachreferenten liefern einen dann solche Briefings.

00:40:40: Ist ja auch so ich kriege auch eine Menge Briefing wunderbar!

00:40:43: Du kriegst aber solche Briefing und musst am Ende... Am Ende ist es wie als Dirigent auch du stehst dann auf der Bühne und bist einsam, weil im Ende musst du's rocken.

00:40:51: Da kannst du dich nicht verstecken und sagen jetzt hat mir aber mein Referentin aufgeschrieben Es ist so Take it from there Du musst daraus was machen.

00:41:01: Und das kann man von ihr sehr gut lernen, wie man aus einem Briefingstapel dann das Wichtige wirklich rauszieht und sagt, dass ist jetzt der Spot um den es wirklich

00:41:10: geht.".

00:41:10: Und diesen Plot versuche ich jetzt über die Rampe zu bringen – da kommen jetzt wieder spannenderweise die künstlerischen Skills rein!

00:41:17: Weil alles was ein Politiker, ein CEO oder auch ein sonstiger Lieder aus irgendwelchen Bereichen braucht, ist eben auch Künstlerische Kompetenz wenn es darum geht die inhaltliche über die Rampe zu bringen.

00:41:30: Und deswegen mache ich mit großer Faszination auch so Kurtschängs oder Seminare, wie man das auch nennen mag, Schulungen wo ich versuche künstlerische Skills an Kunstferne Gruppen heranzutragen mit dem Ziel dass sie ihre eigene Performance verbessern.

00:41:49: und um jetzt keinen Monolog zu halten da geht es natürlich um Fragen wie Tonalität aber auch wie Artikulationen wie Timing.

00:41:57: Warum hat man an Leuten, an den Litten wie Helmut Schmidt gehangen?

00:42:01: Der hatte einfach ein wahnsinnig gutes Timing in seiner politischen Diktion.

00:42:05: Diese berühmten Reden habe ich die Staatssekretäre angewiesen und das war richtig so!

00:42:13: Das sind eigentlich musikalische Frasierungsfragen, die Musiker relativ normal erscheinen.

00:42:22: aber für viele, die jetzt vielleicht aus dem Controlling kommen oder so erst mal fremd sind Und wenn man das ein bisschen übt – Timing, die Reduzierung von Akzenten.

00:42:31: Nicht jedes Leid nicht jeder Fakt ist bedeutsam!

00:42:35: Wenn man zweite deutsame Effekte nennt, ist es unter Umständen viel nachhaltiger als wenn man fünfzehn bedeutsames Effekt nennt.

00:42:42: Das sind alles musikalische Dinge.

00:42:44: da kann man wahnsinnig viel von den Künstlern und Künstler lernen macht mir einen enormen Spaß das zu vermitteln und umgekehrt lerne ich dann natürlich von den jeweiligen anderen auch eine Menge.

00:42:54: Ich habe schon gesagt, du bist der Leiter des Siemens-Art-Programms hier in Berlin und München.

00:42:58: Und ihr habt da ja auch ein Millionenbudget jedes Jahr, wofür du ja auch mitverantwortlich bist?

00:43:03: Was macht dir da genau?

00:43:05: Naja, einen Millionenbudget... Also das ist es nicht!

00:43:08: Es ist erstmal so dass wir natürlich auch Kolleginnen und Kollegen haben im Arztprogramm die aufgrund ihrer Profession dort mitarbeiten weil wir wirklich einen super Team haben, was sich auskennt und was an dieser Schnittschule kämpfer für die gute Sache ist.

00:43:22: Allein das ist schon mal, ich würde sagen mal Millionen wert.

00:43:25: Dann kommen natürlich etwas dazu dass man schon auch ein paar Ressourcen bereitstellt bei den Programmen an denen wir gemeinsam im Team glauben nämlich an der Brücke zur Kultur- und Wirtschaft, die uns nebenbei gesagt vor allem von Ernst von Siemens in Stammbuch geschrieben worden sind.

00:43:40: Der war nämlich gar nicht so blöd.

00:43:41: Der hat nämlich gewusst, der war ein hervorragender Unternehmer.

00:43:44: Der wirklich das Unternehmen Siemens wirklich abskaliert hat.

00:43:48: Er hat verstanden dass ein Unternehmen was auf Innovation angewiesen ist und Innovationen auch produziert.

00:43:56: Dass man extrem auf den Output und Input von kreativen Menschen angewiesent sind.

00:44:01: Und er wusste diese Kreation, diese Kreativität bekommt ja auch von Kunst und Kultur sicherlich auch aus Wissenschaft und Forschung.

00:44:08: Möglicherweise auch von Betriebswürtteln oder Legals, aber eben auch von Künstlerinnen und Künstlern.

00:44:13: Deswegen hat er extrem die Nähe zu Geisteswissenschaften gesucht und hat damit viel Erfolg gehabt.

00:44:20: Und deswegen kann ich nur raten wenn man jetzt an Kunst- und Kultur spart oder das alles weg kappt dann kappte man den kreativen Zugang die Ada sozusagen, die einem am Leben erhält in gewisser Weise mit.

00:44:44: Aber es heißt auch, dass das nicht nur auf staatliche Förderungen ankommt.

00:44:48: Sondern eben auch auf private und große Konzerne haben da eine Verantwortung.

00:44:51: Ja ganz besonders auf private.

00:44:53: Also in der staatlichen Geschichte ist es ja gesetzlich teilweise verankert.

00:45:00: Da müsste man jetzt ein langes Kohseminar machen was Länderverfassung, da ist Kultur teilweise als Pflichtaufgabe deklariert.

00:45:06: im Bund ist es nicht so.

00:45:07: In den Kommunen ist es wieder ganz anders also die Der Staat hat per se eine Aufgabe auch, den Kulturstaat zu fördern und zu schützen.

00:45:17: Bei den Unternehmen gehört das nicht dazu.

00:45:19: allerdings sind wir heute auch nicht mehr irgendwie in den fünftiger Jahren sondern haben uns auch viele Unternehmen ein Corporate Governance Codex gegeben wo natürlich ein nachhaltiges Handeln in bestimmten Bereichen dazugehört.

00:45:31: Und bei uns gehört eben auch dazu, dass wir Kunst und Kultur als elementare Ressource der Gesellschaft verstehen und deswegen auch Investments in die Richtung betreiben.

00:45:40: Das ist genauso wenig wichtig wie Sustainability, CSRD Targets

00:45:44: usw.,

00:45:45: das muss eigentlich einen Konzern der dreieinhalbfünfzigtausend Menschen beschäftigt machen.

00:45:50: Deswegen ärgere ich mich eigentlich immer über die Googles die großen Hyperscaler.

00:45:55: Warum?

00:45:55: Weil habt ihr mal überlegt, kennt ihr Mitarbeiter mit Telefonnummer und Adresse wo sie sitzen?

00:46:01: Habt ihr immer versucht einen Google-Mitarbeiter oder so zu erreichen?

00:46:04: Keine Visitenkarten keine Telefon nummern keine E-Mails!

00:46:07: Die wollen nicht gefunden werden.

00:46:08: ich bin jetzt bewusst ein bisschen provokanten damit wir nicht einschlafen Aber ich finde es einfach, wir sind überall approachable.

00:46:16: Uns findest du im Netz mit meinem Team.

00:46:19: Wir sind da!

00:46:20: Wir sind ansprechbar!

00:46:21: Wir geben Rat und Tat Und trotzdem ist der Börsenwert von Siemens deutlich geringer als der von Google.

00:46:28: Das finde ich einfach nicht fair Weil Unternehmen wie wir kümmern uns und sind da und haben viel mehr Leute in Lohn- und Brot Als Google die Fünfzigtausend beschäftigen und nicht gefunden werden wollen.

00:46:41: Also nur abgreifen die Daten und den Output aus den Gesellschaften, aber nichts reingeben finde ich einfach nicht in Ordnung.

00:46:50: Und deswegen bin ich super stolz das Siemens das über so viele Jahre macht – und trotzdem ein erfolgreiches Unternehmen!

00:46:56: Wir öffnen die Runde und gerne.

00:46:58: wer Fragen hat, kann an Professor Stefan Frucht eine Frage stellen.

00:47:03: Das Mikro nähert sich und kommt gleich hier um die Ecke und dann haben wir die ersten Fragen für dich was ich auch gut finde weil jeder kann natürlich auch unseren Experten- und Gast fragen und das Mikro kommt schon geflogen und die erste Frage in der ersten Reihe hier vorne.

00:47:21: Vielen Dank für Ihre wirklich sehr wertvollen Informationen.

00:47:25: Aber dieser Hinweis, dass ein junger Musiker auch schon als Student, ein talentierter Student in Einzelunternehmer ist, das glaube ich nicht sehr weit verbreitet.

00:47:34: Das ist ihnen noch nicht so bewusst.

00:47:36: es könnte sein, dass es auch schon manchen erst zu spät bewusst ist weil sie oft mit ihrem künstlerischen Werdegang einfach sehr beschäftigt sind.

00:47:45: eine Marke als Angelis zu entwickeln, ist nicht das Gleiche wie wenn man für IT-Unternehmer einen Start hat.

00:47:54: Was kann da das Besondere sein?

00:47:57: In welcher Art und Weise meinen Sie, dass man auch als Einzelunternehmer ein Künstler als Marke gefunden wird, als was Besonderes haben?

00:48:09: Ja, richtig danke.

00:48:10: Sie haben die Antwort selbst gegeben.

00:48:12: Man muss als Künstler etwas Besonderes sein um auch als etwas besonderes wahrgenommen zu werden.

00:48:17: Also weit verbreitet ist sicherlich die Erkenntnis dass man als künstler sehr gut in seinem In seinen skilz sein muss.

00:48:25: mit Sicherheit aber allein das reicht eben nicht mehr.

00:48:28: man muss eben auch Die geeigneten marketing wege finden um dieses gilt und dieses können an den Mann an die frau zu bringen.

00:48:36: es gibt so viele künstlern die so talentiert sind, die nie im Leben gefunden werden.

00:48:40: Deswegen machen wir übrigens in Siemens Arztprogramm unseren Siemens Opera Contest.

00:48:44: nicht in Italien, wo es viele Oper-Singer gibt.

00:48:47: Nicht in Deutschland, wo's viele gibt auch, nicht in Frankreich, das große deutsch-französische Wiener Klassikrepertor oder auch... Nein!

00:48:54: Wir machen sie in der Türkei.

00:48:56: In der Türkei wird man das niemals vermuten.

00:48:58: Aber auch dort gibt es talentierte Leute und da sitzen möglicherweise Menschen in Anatolien, die wunderbare Skills haben und sich toll entwickeln können aber nie gefunden werden.

00:49:09: Und denen geben wir eine Chance, sich mal zu zeigen, zu entwickeln.

00:49:13: und dann bleibt von, ne lasst uns eben mal fünfzig Kandidatinnen und Kandidaten sein, bleibt aber mal ein zwei übrig, die's dann an die Opera Garnier schaffen wie in unserem Fall und dort ins Ensemble aufgenommen werden.

00:49:24: Und es wird auch schade, wenn diese Menschen nie einen Weg finden würden.

00:49:28: Das heißt aber auch dass sie A gefunden werden müssen und B letztlich ihre Marke selbst entwickeln müssen.

00:49:36: Ich glaube das Kunst nicht ein Produkt ist wie viele andere ganz sicher nicht.

00:49:41: Aber es ist auch ein Produkt was am Markt entweder Erfolg verspricht oder eben Misserfolgverspricht.

00:49:48: Im günstigsten Fall wird aus einem Misserfolg auch mal wieder ein Erfolg.

00:49:52: Wie viele Wettbewerbe kennen wir, ob wer die Musiker Prokurelitsch oder sonstige kennen, die also an Wett bewerben nicht gewonnen haben und aufgrund dieses Nicht-Gewinnens einen Skandal ausgelöst haben und von da aus weltberühmt geworden sind?

00:50:03: Auch das kennen wir!

00:50:05: Wir kennen aber auch Fälle... Schön verlaufen für uns zu Lebzeiten aber tragisch geendet haben.

00:50:12: Von Franz Schubert weiß man, dass er seine letzten großen Symphonien unter anderem dabei die Unvollwendeten wie Große Cedur nie selbst gespielt oder gehört hat.

00:50:20: Kann man sich das vorstellen?

00:50:22: Ein Stück was weltweit jeden Tag x-mal aufgeführt wird irgendwo, hat dieser Mensch nie erlebt es arm in Krankheit einsam gestorben.

00:50:29: so Das gibt's eben auch.

00:50:31: und Wie leicht wäre es gewesen wenn so ein Talent erkannt worden wäre und man ihn gefördert hätte.

00:50:37: Er hat selbst aber eben vorgezogen, vielleicht für seinen Marketing nicht viel zu tun sondern ist auf Anderschaft gegangen und hat sich einsamen Wegen zugemacht was wunderbar ist.

00:50:46: Hat vielleicht auch Pech gehabt.

00:50:48: ich will damit nur sagen in das Studium reinzugehen mit der Erwartung dass allein die künstlerische Fähigkeit reicht um erfolgreich zu sein is ein Trugschluss.

00:51:00: Das kann in Ausnahmefällen funktionieren Aber in den allerselben Fällen ist es so.

00:51:06: Jetzt da nochmal angeknüpft, wovor wir weiter hier mit dem Publikum machen.

00:51:09: Jetzt haben wir neben Social Media auch noch die KI und die KI hat in der Kunst oder auch in der Musik glaube ich sehr viel verändert?

00:51:16: Ja das ist ein neues Feld was wir auch intensiv beackern.

00:51:22: Hat neulich mal den Moritz Eggert zu Gast ganz großartiger Komponist zeitgenössischer und auch an der Musikkurschule München tätig.

00:51:29: Der meinte, dass achtzig Prozent seiner Kolleginnen und Kollegen würden den Job verlieren durch KI.

00:51:34: Soweit würde ich nicht gehen, weil KI auch neue Chancen bietet.

00:51:38: Allerdings muss man erst mal sehen wo die Chancens dann eigentlich liegen.

00:51:42: Und allein das rauszufinden ist wie beim Arzt der irgendwie aufmacht und sagt was habe ich denn hier eigentlich?

00:51:47: Wo ist jetzt eigentlich das Problem?

00:51:49: Hat man häufig?

00:51:50: Man hat unklare Bauchbeschwerden, fragt mal die Bauchjurgen alle.

00:51:54: Dann wird aufgemacht einfach, weil man irgendwann nicht mehr weiß, was ist denn da jetzt und kein CT oder MRT mehr drauf, dann wird halt laparoscopiert oder aufgemachtet Und dann sieht man irgendwann im Situs, aha!

00:52:03: Das ist das Problem eigentlich.

00:52:05: Da sind wir im Moment noch.

00:52:06: Wir haben einen Befund und sehen da gibt es enorme Veränderungen.

00:52:11: Manche mit Magenknurren, manche mit super Chancenwitternd.

00:52:15: Du musst jetzt aufmachen und gucken was denn eigentlich drin in dem Wunderbauch?

00:52:20: Und da sind viele Künstlerinnen und Künstlern noch dran.

00:52:25: Ich selbst glaube eigentlich eher an die Chancene von KI.

00:52:27: ich glaube aber auch dass man Beinhalten auch umgehen lernen muss, wer also vom zehn Meter Brett springen möchte und diese Herausforderung sucht.

00:52:39: Das macht sicherlich viel Spaß für viele.

00:52:40: aber man muss auch lernen wie das aufprallen weh tun kann.

00:52:44: deswegen muss man sehen dass man wie man aufkommt muss man lernen und deswegen finde ich in den Schulen kommt viel zu kurz eigentlich der Unterricht vor sonst die Lehre können.

00:52:54: sie sind ja selber heraus gefordert was eigentlich KI nicht nur für Risiken hat, sondern welche Chancen man auch damit wahrnehmen kann abgesehen davon dass man vielleicht irgendeine Klausur abschreiben kann oder sowas.

00:53:05: Sondern wirklich die Chancenen auch erarbeitet wo sie liegen und da gibt es eine ganze Menge.

00:53:10: Bevor wir auch noch mal die nächste Frage haben gleich nochmal einen Punkt weil das ist mir auch gleich eingefallen ihr habt ja bei Siemens auch den Pergamon-Altar digitalisiert.

00:53:18: Das ist hier auch so ne KI die man befragen kann und dann zeigt so ein bisschen wie das damals um dem Pergamonen Altar drum herum aussah.

00:53:25: Ja, da steckt in der Tat auch ein Large-Language-Modell dahinter.

00:53:28: Warum?

00:53:29: Weil wir schon glauben das in der Museumspädagogik heute die Wahrnehmungsangebote anders laufen müssen.

00:53:35: Die sollten also nicht frontal von links nach rechts gelaufen sondern sie sollten optimalerweise interagieren.

00:53:42: Jetzt kamen zwei Dinge zusammen.

00:53:43: Wir haben es am Anfang schon gesagt dass das Pergamonmuseum lange jetzt dann auch zu ist und jetzt teilöffnet wird Und dieses berühmte Weltkulturerbe aus meiner Sicht eben tendenziell zugänglich gehört.

00:53:57: Und daher haben wir uns gesagt, dem Team waren ganz tolle Ideen auch aus dem Team kam da rein.

00:54:02: Da war wirklich faszinierend dass wir das in eine Game Engine überführen übrigens in Zusammenarbeit mit der Stiftung polsischer Kulturbesitz die das ganz klasse fanden und dass wir am Ende dann nicht nur sehen wie es denn früher sondern auch sehen können.

00:54:18: Wie ist es jetzt aktuell wenn man in einer Webversion, dreidimensional den Gigantenfries wirklich sehen kann und jede kleinste Ecke ranzoomen kann und sehen kann wie das eigentlich aufgebaut ist.

00:54:30: Und Art III was diese Installation dann noch leisten wird ist dass man sich mit einem Avatar tatsächlich individuell austauschen kann über die Frage Was hatten der Dionysos eigentlich für eine Bedeutung gehabt?

00:54:42: Wieso haben die Götter und Titanen so ausgesehen aus dem Gespeist, aus dem Wissen der Stiftung Polscher Kulturbesitz wirklich mit formidablem Content.

00:54:54: Individuell auf die Fragen.

00:54:55: man kann sich also mit dieser Person unterhalten und das macht einen ungeheuernden Spaß.

00:54:59: Man fühlt sich wie in die Zeit

00:55:00: zurückversetzt.".

00:55:01: Ein ganz wichtiges Projekt!

00:55:03: Weitere Fragen an Stefan Frucht hinter mir zum Beispiel ja?

00:55:10: Ja hi Daniel Jochum ich studiere Orchester dirigieren an der Universität der Künste quasi auch ein Kollege mehr oder weniger.

00:55:19: Sie haben vorhin davon gesprochen, dass für den Staat Kunst und Kultur eine Pflichtaufgabe sind während es für private Unternehmen eigentlich nicht so ist.

00:55:28: und manche engagieren sich da andere weniger Google gar nicht.

00:55:34: oder.

00:55:36: meine Frage wäre trotzdem wie kann man es schaffen die Unternehmen und den Privatsächter noch mehr dazu zu bewegen?

00:55:43: Da mehr Geld in die Hand zu nehmen gerade angesichts der Kürzungen, die wir zum Beispiel jetzt gerade auch in Berlin haben, zehn Prozent pauschal da einfach reinzuspringen.

00:55:52: Das ist eine sehr gute Frage, die man natürlich auch pauschalen nicht beantworten kann.

00:55:56: In anderen Kulturkreisen ist es leichter Zugang zu finden und in manchen noch schwerer.

00:56:03: Mein Haupterkennnis ist die, dass man Leute nicht zwingen kann zu etwas, sondern dass man sie begeistern muss.

00:56:12: Und Leadership heißt heute auch gar nicht mehr irgendeine Funktion zu begleitern, sondern Leadership heißt Create Follow Ship.

00:56:19: Das heißt du musst irgendwie die Leute begeisternd dafür früh deine Sache mitzumachen und das ist Zauberwort Partizipation.

00:56:27: Ein CEO ein Steuerberater einen Krankenschwester wer auch immer der abends oder die abends ins Konzert geht mag Interesse der Hahn haben, da einfach mal abzuschalten zuzuhören.

00:56:38: Die meisten haben aber Interesse rauszufinden.

00:56:40: was hat das eigentlich mit mir zu tun?

00:56:43: Was spielt für mich dieses Konzert jetzt gerade für eine Rolle?

00:56:46: und deswegen finde ich immer so fantasielos wenn manche Intendanten auch sagen ihr müsst unbedingt kommen.

00:56:51: wir haben das tolle Programm und dieses Programm ist so sensationell.

00:56:55: Das mag ja sein Aber was hat es mit den Leuten zu tun?

00:56:58: So und meine Antwort ist er Ich sage nimm mir denn eher mein Stück was da vielleicht gespielt wird laden Mal zu einem Dirigenten Workshop einsacht, kommt mal mit.

00:57:06: Wir üben das jetzt mal zusammen ein, das Stück ihr dürft mal von Orchester treten und mal versucht dieses Stück zumindest den Anfang mal entweder zu dirigieren oder auch einen Schauspiel machen wir bei den Salzburger Festspielen.

00:57:19: Darf

00:57:19: ich auch mal dirigieren?

00:57:20: Ja du darfst auch gerne mal kommen, genau!

00:57:22: Oder als mit einem Regisseur zur Arbeit an der Regisseurein die sozusagen ein Opernungsstück einübt mit denen als Hauptperson.

00:57:30: Und ihr glaubt es gar nicht was das für einen Unterschied macht, wenn die Leute sich vorab aktiv mit diesen Stücken auseinandergesetzt haben und dann ins Konzert gehen und sagen, da kommt meine Stelle.

00:57:42: Das habe ich doch gedacht!

00:57:43: Und was sie machen das so?

00:57:44: Wie schafft das dieser Sänger, diese Sängerin zeitgleich zum Schlag da hin zu spielen?

00:57:49: Das hat ein ungeheures Faszinosum, die gehen dann heraus – und das Erste, was Sie sagen, rufen zu Hause an und sagen Weißen wir Schatz, lass uns mal ins Konzept gehen und nimm die Kinder gleich mit.

00:57:59: Hier hinten ist eine Frage auf der anderen Seite Das Mikro kommt?

00:58:08: Nein, auf der rechten Seite.

00:58:10: Ja Luca mein Name ich würde sagen ich bin Kunst interessiert.

00:58:13: vor allem und als junge Stimme auch in der Runde habe ich die Frage ob sie etwas dafür zu sagen können oder Gedanken dazu haben weil da kann man sich ja auch schon drüber debattieren wenn ich das Gefühl habe wenn nicht mit jungen Menschen meinem Alter rede dass tendenziell das Interesse an Kunst oder verschiedenen Arten der Künste nachlässt.

00:58:32: Also kann man sich ja wie gesagt drüber debattieren, aber so im Breiten ist das ein bisschen mein Gefühl.

00:58:38: Haben Sie Gedanken dazu, wie wir davor gehen können bzw was kann man machen um dieses Interesse zu erhalten?

00:58:46: Auch das ist eine sehr wichtige Frage.

00:58:48: ich glaube wenn ich den Rücken zu drehe.

00:58:51: also es ist ja so keine Art der ernsthaft Kulturmanagement betreibt oder verantwortlich ist für ne Kultureinstitutionen kann sich der Frage entziehen Wie erreiche ich junge Zielgruppe?

00:59:01: Und da gibt es viele der älteren Kollegen oder auch gleichartige Familien, die glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und glauben was die junge Generation von heute wirklich mag.

00:59:10: Ich gehöre dann nicht dazu!

00:59:12: Ich versuche einfach mit denen zu sprechen und sie mal zu fragen.

00:59:14: Das ist übrigens ein Grund herzukommen weil ich weiß kommen viele jungen Leute, die irgendwie andere Jungen haben.

00:59:19: diesen Austausch suchen wir im Siemens-Arztprogramm laufend und wenn wir eigentlich müsste man für diesen Austauch bezahlen Aber auch so was, wie dringend braucht fürs Überleben.

00:59:32: Deswegen also danke für den Input!

00:59:34: Ich kann nur nicht ganz teilen die Analyse das generell... ...die junge Generationen nicht dafür approachable ist.

00:59:41: Wir machen da eigentlich eher einen gegenteiligen Erfahrung.

00:59:47: Es ist eben nicht vielleicht der klassische Weg, so wie man ihn kennt Dass man sagt jetzt habe ich ein bisschen Geld sammle dich mal Kunst oder ich gehe in einer Galerie sondern es ist vielleicht eher der Street-Art-Künstler, der einen irgendwie fasziniert oder man findet in den Social Media irgendeine... von mir ist auch KI generierte Skulpturen und sagt wow was ist denn das jetzt?

01:00:06: Oder dass man Dinge in anderen Kontexten plötzlich erlebt die einem aufhorchen lässt.

01:00:11: Insofern möchte ich da gar nicht so pessimistisch sein.

01:00:16: Mein Erfahrung ist aber auch, der jüngeren Generationen eben auch sehr online abgelenkt sind, dass sie für klassisch analoge Medien einfach viel weniger Zeit haben.

01:00:28: So und natürlich als ich zur Schule ging danach hat man halt ein bisschen Sport gemacht dann hat man Instrument gespielt und dieses Vereinsleben was man da gemacht hat das gehört zu einer bürgerlichen Erziehung dazu.

01:00:42: heute mit der Ganztagsschule und dann eben der medialen Ablenkung ist es gar nicht so leicht, einfach Zeit dafür zu finden.

01:00:51: Deswegen hat mal ein kluger Kultur- und Kultusminister gesagt die Ganztagsschule ist keine bildungspolitische Errungenschaft sondern eine familienpolitische Notwendigkeit.

01:01:03: das ist gar nicht sehr dumm weil natürlich klar ist dass wir heute wollen dass alle ihr Partner arbeiten also dass beide alle gleichberechtigt die Möglichkeit haben ihre Karriere vorzusetzen.

01:01:15: Gleichzeitig muss aber geguckt werden, dass man sich um den Nachwuchs irgendwie kümmert und da ist es halt schwer geworden Angebote so zu stricken das Erziehung, Familie, Schule, Vereinsleben unter einen Hut gebracht wird.

01:01:30: Gibt's

01:01:30: irgendwelche Zahlen wenn man Musikschulen sieht?

01:01:33: Dass heute weniger Leute Geige spielen als vor zwanzig Jahren oder sowas?

01:01:37: Das gibt es bestimmt.

01:01:38: Ich kenne sie jetzt in der Pauschalität nicht, ich weiß nur dass wir ungehöre heuer viele Chöre in Deutschland haben und das der Wille sich zu befassen schon groß ist und das vor allem gerade auch in weniger dicht besiedelten Bereichen ein Zugang zum Musikschule oft gar nicht da ist.

01:01:54: also du findest gar keinen Platz in der Musikschulle Dann gibt es zu wenig Lehrer und wir haben ja gerade auch dieses Musikschullehrerurteil gehabt, was sehr problematisch ist.

01:02:04: Und viele wissen das gar nicht.

01:02:05: Viele Musikschulen in Deutschland – ich habe nämlich neulich festreden bei dem Deutschen Musikschultag im Bamberg irgendwie so – war super!

01:02:13: Ich hab jedenfalls eins gelernt.

01:02:14: Die Musikschullen sind heute gar nicht mehr alle in staatlicher Trägerschaft sondern die Hälfte der Musikschule anstalten des öffentlichen Rechts.

01:02:22: Die Hälfe sind als Verein gegründet, dass sich irgendwelche Kommunen sagen Wir wollen eine Musikschule haben, wir können es nur als Verein irgendwie gründen.

01:02:32: Das wusste ich auch nicht!

01:02:33: Das heißt aber natürlich dass der die Bestandsgarantie wenn das so ein Verein ist viel geringer ist als wenn das jetzt eine staatlich Behörde ist.

01:02:42: und deswegen kann ich nur sagen also gehen wir mit dem Kleinot Kultur im Allgemeinen und mit unseren Nachwuchs im Besonderen so verantwortungsvoll um dass die jungen Leute ein interessantes kulturell geprägtes Leben erfahren können und gleichzeitig die Gesellschaft aber, sagen wir mal kompetente Menschen auch gesellschaftlich kompetenten Menschen heranzieht.

01:03:07: Und da sind wir vielleicht auch beim Anfang der Sendung wo wir die fragerten Können wir uns Kultur oder wie viel können wir uns leisten dass wir uns in Deutschland doch sehr viel leisten was jeder auch vielleicht kostenlos konsumieren könnte?

01:03:21: Ja Also ich habe mir mitgenommen, auch in der Vorbesprechung dass Kulturdebatten oft auf Social Media gar nicht gut laufen und das verstehe ich auch.

01:03:30: Weil es immer wieder darauf hinaus gibt wo ist denn eigentlich das Geld dafür?

01:03:34: Und Jean-Claude Sibilius hat man gesagt über Kunst spricht man am besten mit Bankdirektorin.

01:03:38: den Künstler reden nur übers Geld finde ich auch ein bisschen zu schräg.

01:03:42: aber in Wahrheit ist die Verkürzung auf das Geld eigentlich viel führt nicht weiter.

01:03:49: Was wir uns leisten wollen, heißt ja eigentlich auch welches Leben wollen wir führen?

01:03:56: Wollen wir ein Leben nur zwischen Nullen und Einzelnen führen.

01:03:59: Wollen weh ein Leben fühlen was wir uns ausschließlich vor dem Monitor stattfindet.

01:04:03: Wollen wir uns nur noch digitale Erlebnisse gönnen oder wollen wir eben auch die analoge Faszination haben wo Menschen sich treffen lieben lernen wo sie gemeinsame Gänsehaut entwickeln?

01:04:16: Das wird sicherlich auch möglich sein später mal, indem jeder seinen Second Life hat.

01:04:20: Seinen Avatar hat, in dem man sich in virtuellen Räumen trifft.

01:04:23: Auch dieses Szenarien gehen wir durch, dass man spezielle selbst kreatierte Settings schafft, in denen man sich virtuell gemeinsam trifft – das würde sicherlich möglich sein!

01:04:35: Aber noch immer ist es nicht möglich, digitale Performance zu entwickeln, digitalen Zauber... das was in der Zwischenmenschlichkeit passiert zu kreieren und deswegen glaube ich, dass es zu einem sozial kompetenten Menschen eine kulturell ästhetische Erziehung dazu wird.

01:05:02: Stefan ein ganz wichtiges Thema müssen wir natürlich auch noch besprechen!

01:05:07: Der Bauzaun.

01:05:09: Wer es nicht weiß, hier um die Ecke unter den Linden-Ecke Charlottenstraße steht seit vielen, vielen Jahren ein Bauzaun auf dem du einen Auge geworfen hast.

01:05:20: Wir sehen auch ein paar Bilder.

01:05:22: Stefan was ist da los?

01:05:23: Warum steht dieser Bauzaune da ohne dass dann mehr gebaut wird?

01:05:27: Wenn ich das wüsste, dann müsste sich dieses Thema gar nicht angehen.

01:05:30: also mich hat halt weil ich häufig durch die Charlottonstraße im Fahrrad gefahren bin und sie auch liebe auch wegen der großartigen Staatsribliothek natürlich.

01:05:39: Da steht seit Jahrzehnten ein Bauzorn.

01:05:45: Der sieht genauso aus wie er da ist, hässlich und da sind auch ein paar Schilder jetzt dran.

01:05:49: Das spriest noch das Grün aus der Einigungszeit.

01:05:55: Ich habe nie verstanden warum die Charlottestraße so aussehen muss, wie sie jetzt aussehen eine der schönsten und wichtigsten Straßen von Berlin.

01:06:03: Und da haben wir uns tatsächlich mit ein paar Menschen auch hier im VWKI Kulturschutz mal besprochen und überlegt was können wir dagegen machen?

01:06:11: Ich habe damals bei einer Pendel-Diskussion dem Senator Gäbler, der vor Bauen zuständig gesagt kommt am Wochenende habe ich Zeit lassen es den Weg raunen will ziehen ihn einfach zur Seite.

01:06:20: Machen wir mal mit!

01:06:21: Ja, ich bin nicht zuständig unterhalb Bezirksamt Mitte und so weiter.

01:06:25: Und das ist genau das was Berlin ins Grab bringt dieses Ich Bin Nicht Zuständig, Ich Will Es Nicht, Ich Kann Es Nicht und es muss jemand anders machen.

01:06:32: Es war tatsächlich so dass es hieß ja da muss erstmal ein Bebauungsplan hier und wenn Das Ist dann Muss der Etat Dafür her und Dann Muss auch noch die Grundwassergeschichte geregelt werden und alles Mögliche Muss Vorher Kommen?

01:06:43: Ich Verstehe warum man sich von Blöden Zaun Einfach Bei Seite Schienen Wo einfach nur Leute Jetzt Parken.

01:06:47: Und als ich nach Berlin kam, da gab es so eine Freiheit.

01:06:52: Einfach mach mal!

01:06:53: Jetzt gehen wir zur Philharmonie einmal durch den Matsch und dann waren wir mal da.

01:06:57: Ja, das hat einen gewissen Zauber gehabt und diese Art des Freiheitlichen.

01:07:00: Komm es geht los!

01:07:01: Das wünsche ich mir wieder.

01:07:02: deswegen haben wir solche kleinen Schildchen daran gebracht mit interessanten Slogan.

01:07:05: Haben uns dann als Künstlerkollektiv irgendwie die ungebetenen Zaungäste genannt.

01:07:10: Und wer also möchte kann diesen Verein gerne beiträngen?

01:07:13: Es ist kein wirklicher Verein, es ist eigentlich ein Gedankengut.

01:07:15: Also alle die Berlin weiter vorantreiben wollen und auch an Berliner glauben so wie ich auch.

01:07:19: Ich glaube ja in Berlin weil ich sie statt gerne auch mag Aber wir müssen selber was tun und nicht der Anderes freundlich, sondern wir.

01:07:25: Sonst werden wir von denen bestimmt die sagen ich habe keine Lust, ich hab keine Zeit und ich kann nicht.

01:07:29: ist immer die Schwester von Ich will

01:07:31: dich.".

01:07:32: Das lächerliche ist ja auch dass diese Straße seit zwanzig Jahren da verstellt ist.

01:07:37: jetzt könnte man alles weg räumen aber jetzt ist die Straße halt so kaputt und ausgebrochen.

01:07:41: das Unkraut kommt daraus, dass sie erst komplett erneuert werden müsste bevor man da wieder fahren darf.

01:07:45: Das stimmt!

01:07:46: Aber ganz ehrlich, ich finde es jetzt auch nicht schlimm.

01:07:48: also... Kommen wir jetzt in haftungsrechtliche Themen.

01:07:51: Ich finde es dann auch nicht schlimm, wenn sie halt mal kurz kaputt ist.

01:07:53: Hauptsache sie ist jetzt mal frei!

01:07:55: Also der schillerische Freiheitsgedanke finde ich muss neu gelebt werden und muss neu geliebt werden auch in Berlin weil vorangehen wollen.

01:08:04: Wir wollen nicht verwalten, sondern wir wollen

01:08:06: gestalten.".

01:08:06: Das ist doch eigentlich das was die meisten Menschen möchten!

01:08:09: Die meisten Menschen, die beruflich auch in der Nachwendelzeit irgendwie dann irgendwo handangelegt haben um auch das neue Deutschland weiter aufzubauen sagen dass war ihre glücklichste Zeit.

01:08:19: warum?

01:08:19: Weil noch nicht alles perfekt war und sie konnten etwas gestalten.

01:08:23: In dem Moment kennen wir auch als Erkindheit wenn das Playmobil Spiel fertig war, war es langweilig wollte man's nicht mehr spielen.

01:08:28: viel spannender war es es auch zu bauen.

01:08:31: Also Freiheit für die Charlottenstraße, das ist hier unsere Forderung.

01:08:35: Sehr gut!

01:08:35: Ja?

01:08:36: Wunderbar!

01:08:37: Vielen vielen Dank an Prof.

01:08:39: Dr.

01:08:39: Stefan Frust.

01:08:39: Danke, dass du da warst

01:08:54: und ich bedanke mich noch bei dem Siemens Art Programme, das ermöglicht hat, dass wir heute Yuumi Samponi hören konnten.

01:09:01: Vielen dank dafür.

01:09:08: Ich bedanque mich wenn es um Werte geht, die wir vermitteln wollen bei ProAurom ein langjähriger Sponsor- und Begleiter des Salons Und wer so aussehen will wie ich, kann mal bei Brummer-Berlin.de schauen.

01:09:25: da bekomme ich nämlich immer meine Kleidung her.

01:09:27: vielen Dank dafür und damit bin ich schon am Ende sage vielen Dank für ihr und euer Interesse.

01:09:37: der nächste Salon im September und alle Infos auf salon-schinkelplatz.de bis dann!

Über diesen Podcast

Der YouTube-Kanal Inside Wirtschaft präsentiert die wichtigsten Themen rund um Börse, Finanzen, Politik und Wirtschaft jetzt auch als Podcast. Journalist Manuel Koch spricht jede Woche mit Experten über die spannendsten Themen an den Märkten. Aktuelle Themen auch auf Instagram, Tik Tok (Boersenkoch) und LinkedIn.

von und mit Manuel Koch

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