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00:00:07: Die Zahl der Gewinnwarnungen deutscher Unternehmen ist deutlich angestiegen.
00:00:12: Besonders auffällig ist, dass es auch Branchen trifft, die eigentlich als besonders stabil galten.
00:00:18: Was hinter dieser Entwicklung steckt und was Anleger jetzt wissen müssen darüber spreche ich mit dem Börsen-Experten und Chefredakteur von Inside Wirtschaft Manuel Koch.
00:00:27: Schön, dass du mal wieder hier bist!
00:00:28: Hallo Jessica
00:00:29: Im ersten halb Jahr gab es bereits so rund fünfzig Gewinnwarnungen deutscher Unternehmen.
00:00:34: Was steckt hinter dieser Entwicklung?
00:00:37: Die reine Zahlen, muss man sagen ist schon im Vergleich bereits recht hoch.
00:00:40: noch wichtiger ist aber die Verteilung und da geht's wirklich auch ums Eingemachte.
00:00:45: Die Gewinn-Warnungen kommen jetzt inzwischen nicht einfach nur aus den klassischen Branchen sondern ziehen sich durch viele Branchen der deutschen Wirtschaft und normalerweise halten wir Halten die Unternehmen in den ersten beiden Quartalen des Jahres an ihren Zielen fest und sind auf stabilen Beinen.
00:01:07: Jetzt muss man sagen, gibt es schon zur Mitte des Jahres diese Gewinnwarnungen was schon außergewöhnlich ist Und die Prognosen mussten jetzt doch bei vielen runtergeschraubt werden.
00:01:18: Es sieht nicht so gut aus.
00:01:20: der wirtschaftliche Druck ist eben einfach höher geworden und auch große bislang stabile Konzerne Nennen wir mal ein paar Namen SAP, Jürgen Heinrich Siemens Helfiniers mussten ihre Erwartungen anpassen.
00:01:32: Das sind ja jetzt Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen?
00:01:35: Gibt es so ein paar Gründe die alle treffen?
00:01:38: Es gibt einige Belastungsfaktoren, die so grundsätzlich festzuhalten sind.
00:01:43: Die Unternehmen kämpfen seit Jahren mit einer schwachen Konjunktur – die Inflation ist hoch und auch Verbraucher zurückhalten, muss man sagen.
00:01:52: Alle überlegen in schwierigen Zeiten das Geld vielleicht dann doch ein bisschen mehr zusammenzuhalten und dann haben wir eben weltweit gesehen geopolitische Unsicherheiten die auch noch belasten.
00:02:02: Hinzu kommt nicht überraschend die hohe Bürokratie oft, die dann auch belastet und einfach fehlende Investitionsanreize unternehmen halten das Geld dann eben auch zurück.
00:02:13: Und verschärft wurde die Situation auch durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten der dann auch nochmal dazu kam.
00:02:19: Ukraine Krieg, also viele Dinge die da zu sehen sind und dadurch sind ja dann auch Energie- und Rohstoffpreise gestiegen.
00:02:26: Lieferketten unter Druck geraten und Unsicherheiten an den Märkten haben einfach zugenommen und das merkt man in diesem Bereich auch nochmal.
00:02:33: Energie ist für Unternehmen eben auch ein ganz ganz wichtiges Thema und viele Unternehmen konnten diese zusätzlichen Belastungen mit ihren ursprünglichen Jahresprognosen nicht mehr in Einklang bekommen und mussten das berücksichtigen.
00:02:46: Und welche Auswirkungen hat das jetzt auf die Gewinnerwartung der Analysten?
00:02:51: Die Analysen sind jetzt schon mal deutlich vorsichtiger, also die werden schon gar nicht so positiv formuliert.
00:02:57: Noch zu Jahresbeginn wurde für die DAX-Unternehmen ein kräftiger Gewinnanstieg erwartet.
00:03:03: Seit dem Frühjahr werden diese Prognosen jedoch kontinuierlich reduziert.
00:03:07: Hintergrund ist die schwächere Weltkonjunktur auch hier natürlich sowohl in Europa als auch weltweit muss man sagen.
00:03:14: Wirtschaftsexperten sehen da doch ein deutlich geringeres Wachstum auf uns zukommen.
00:03:20: Viele deutsche Unternehmen sind stark vom Export abhängig und spüren diese Absprechung unmittelbar, deshalb werden eben diese Gewinnerwartungen derzeit Schritt für Schritt nach unten angepasst.
00:03:32: Welche Branchen stehen da besonders unter Druck?
00:03:35: Die meisten Gewinnwarnungen kommen aus der Technologie- und Medienbranche.
00:03:39: dort belasten die schwache Konsumstimmung und zurückhaltende Werbeausgaben die Unternehmen.
00:03:45: Ebenfalls stark betroffen ist die Industrie, ganz normale große Industrieunternehmen vor allem im Maschinenbau und Elektroanlagenbau.
00:03:54: Die leiden dann unter den Energie- und Rohstoffkosten, Materialkosten die einfach wahnsinnig gestiegen sind.
00:04:00: Und die investieren dadurch weniger was sich bemerkbar macht.
00:04:04: Neu hinzugekommen ist das Gesundheitswesen also auch dort.
00:04:08: besonders Medizintechnikunternehmen stehen unter Druck weil in China der Preiswertbewerb so groß geworden ist dass die Gewinnmage da kleiner geworden ist und einheimische Technologieambienter dort immer stärker werden mit Technologie, die man vielleicht auch vorher mal sich in Deutschland eingekauft hat oder abgeguckt hat.
00:04:29: und ja auch dadurch sind Marktführer im Gesundheitswesen unter Druck.
00:04:34: Wie fällt dein Ausblick fürs zweite halb Jahr aus?
00:04:37: Und worauf sollte ich als Anlegerin achten?
00:04:39: Wir können glaube ich davon ausgehen dass sie unsicherheitend eine gewisse Volatilität einfach hoch bleiben.
00:04:46: entscheidend wird sein wie sich die geopolitische Lage weiterentwickelt ob sich Krisen vielleicht schneller gar nicht lösen lassen, erst einmal zumindest sollten die Belastungen anhalten könnten.
00:04:56: Dass weiter auf die Prognosen der Unternehmen sich negativ einschlagen oder sie senken und gleichzeitig müssen Anleger dann die Entwicklung der Weltkonjunktur, der Inflationen und auch der Unternehmensgewinne genau beobachten und schauen.
00:05:13: Und dann daraus wieder ihre Strategie, vielleicht ein bisschen nachjustieren.
00:05:18: kurzfristig würde ich sagen bleibt es bei einer hohen Volatilität an der Börse.
00:05:23: da kann immer mal wieder eine Nachricht und einen schwarzer Schwahn vielleicht um die Ecke kommen und langfristig sind viele Modelle, Geschäftsmodelle schon noch auf soliden Beinen.
00:05:35: Auch wenn wir natürlich in einer veränderten Welt sind.
00:05:37: mit KI wird sich auch nochmal der Arbeitsmarkt verändern und das wird auf uns zukommen aber dann doch wieder ein bisschen mehr Innovationskraft und Investitionskraft in die deutsche Wirtschaft käme.
00:05:48: Dann würden die Bilanzen wahrscheinlich auch schneller wieder besser aussehen.
00:05:52: Wir beobachten uns schauen weiter und schwarze Schwäne können übrigens positive Überraschungen bringen.
00:05:56: Also wir sind auch weiter optimistisch, würde ich sagen.
00:05:59: Vielen Dank dir Manuel Koch, Chefredakteur von InSight Wirtschaft und Börsen-Experte!
00:06:03: Und vielen Dank auch an euch und sie fürs
00:06:15: Zuschauen!