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00:00:04: Insight Wirtschaft, der Podcast mit Manuel Koch.
00:00:07: Der DAX tendiert wieder über der Marke von twenty-fünfundzwanzigtausend Punkten?
00:00:11: Ist das jetzt ein nachhaltiger Aufwärtstrend oder ist die Stimmung doch eigentlich gar nicht so gut?
00:00:17: Das bespreche ich jetzt mit Oliver Roth vom WHF.
00:00:20: Herzlich willkommen auf den Börsenballkong!
00:00:23: Wunderschönen guten Tag!
00:00:25: Wir sehen den DAX, der wieder ein bisschen zugelegt hat deutlich wieder über dem Marke Von Twenty-fünfundzwanzigtausend Punkte tendiert.
00:00:31: Ist das jetzt so ein nachhaltiger Aufwärtstrend oder ist da eigentlich so viel Spannung mit dabei und so für Ungewisses, dass man nicht genau weiß wo es hingeht?
00:00:40: Man weiß in der Tat nicht so genau wohin es geht.
00:00:42: Wir sehen sicherlich einen Gleichgewicht aktuell.
00:00:45: Wir sind ja immer noch relativ nah an den Allzeithochst, auch in den US-amerikanischen Indizes sind wir teilweise sogar an den Altzeithochs beim Nasdaq beispielsweise.
00:00:55: Beim Dachs sind wir ein Stück weg mittlerweile und das Gleichgewichts liegt darin.
00:00:59: auf der einen Seite Sehr, sehr gute Unternehmens-Gewinne hatten in der Vergangenheit.
00:01:06: Jetzt fängt die Berichtssaison wieder an und kommt wieder einiges auf uns zu!
00:01:09: Und zum anderen natürlich die große Hoffnung, dass künstliche Intelligenz Investitionen in künstlicher Intelligenze auf der einen Seite aber eben auch was die Effizienz angeht.
00:01:18: Die Anwendung von künstlichen Intelligenzen das letztendlich auch zur Arbeitsplatzabbau führen wird, dass das eben die Industrie und die Unternehmen weiter hoch profitabel halten werden.
00:01:28: Auf der anderen Seite haben wir diese geopolitischen Krisen am Mass, die uns höhere Zinsen, höhere Inflation, höhe Ölpreise im Umkehr der Reihenfolge präsentiert hat.
00:01:38: Und das alles zusammen mit dem vor allen Dingen diesen stark gestiegenen Zinsen, über den wir bestimmt noch sprechen werden.
00:01:44: Haben wir doch schon hohes Maß an Risiko in den Märkten, dass relativ schnell auch nach hinten
00:01:49: losgehen kann?
00:01:50: Fangen wir vielleicht auch nochmal von hinten aufgezäumt an Unternehmenszahlen.
00:01:55: Das ist ja die wichtige Kennzahl um zu sehen ob es Unternehmen gut geht.
00:02:00: Was sieht man bei den ersten Unternehmen?
00:02:03: Banken, Tech-Riesen sind immer so im Fokus.
00:02:06: Genau, wir fangen eigentlich mit den Banken immer an.
00:02:08: Das ist traditionell.
00:02:09: Es gibt so ein oder zwei Unternehmen die vorher kommen und dann kommen letztendlich die großen Banken.
00:02:14: Fängt dann mit Goldman Sachs beispielsweise oder Citigroup am nächsten Tag JP Morgan und andere.
00:02:21: Die Unternehmensdaten von den Bankenden waren etwas besser aber sie waren jetzt nicht so viel besser dass der Markt davon nachhaltig profitieren konnte.
00:02:30: Immerhin hat man sich stabilisiert.
00:02:32: Sie hatten es in der Anmoderation angemerkt, da hat man erst mal Unterstützung.
00:02:36: Aber so gut war die Zahlen eben auch wieder nicht über den Erwartung gelegen, dass man davon einen richtigen Rücken entsprechen kann.
00:02:42: also wir sind moderat zuversichtlich in diese Berichtssaison jetzt gestartet
00:02:47: Wenn wir auf die Wirtschaft an sich schauen.
00:02:50: jeder spürt das alles wird ein bisschen teurer.
00:02:52: Die Inflation ist auch wieder gestiegen.
00:02:54: Die Zinsen werden wahrscheinlich bei der US-Notenbank fett und hier in der ECB noch weiter steigen.
00:03:00: Was kommt dann noch auf uns zu?
00:03:04: Also ich glaube, dass man unterscheiden muss zwischen dem europäischen Kontinent und USA.
00:03:11: Ich glaube schon, dass wir in den USA natürlich noch mal eine andere... Grundsituation haben.
00:03:16: Denn es geht ja nicht nur darum, dass wir einen gestiegenen Ölpreis haben der natürlich als Import die Preise erhöht und dadurch entsteht eben auch eine hohesmaßen Inflation sondern wir sind in den USA eben auch ein ausuferndes Etat.
00:03:28: Wir sehen einen Hohesmaß an Überschuldung stark gestiegene Schulden.
00:03:32: mit den steigenden Zinsen bedeutet das eben auch, dass in den USA die Schuldenmacherei deutlich teurer wird und sie sich eben dann in das Jahresbudget auch reinfrisst, weil man eben viel mehr an Zinsen zurückzahlen muss und zahlen muss als es bisher der Fall ist.
00:03:48: Und das sorgt schon weltweit für großes Aufsehen und hat letzte Woche zu einem Abverkauf von US-Staatsanleihen geführt.
00:03:56: Deshalb sind die langfristigen Zinsens komplett weg von den kurzfristigen Fettsinseln auf ein Niveau gestiegen was man seit fourneunzig nicht mehr hatte.
00:04:07: Das ist etwas Historisches Und das zeigt schon, wie kritisch diese Situation ist.
00:04:11: Was auch den Glauben viele Anleger in die US-amerikanischen Schuldensituation beinhaltet.
00:04:17: und Europa haben wir eben genau dieses Szenario von dem ich gerade gesprochen habe.
00:04:21: zum Schluss eben nicht.
00:04:22: Wir haben nicht Ausnahme von Frankreich Jetzt eine rohe Schuldenaufnahme, eine übergeordnete und überbordene Schuldenaufnahme.
00:04:29: Wir haben natürlich die Inflation importiert – das haben wir auch – aber wir haben eben viel von dem was in Amerika anstatt für ihn erst mal nicht.
00:04:35: Dennoch ist es ein Problem weil A haben wir Frankreich als großes Problem politisch wie auch wirtschaftlich denn die haben auch einen hohen Maß an Schulden angewirtschaftet Und auf der anderen Seite sind wir im Konkurrenz von den Produkten her zu den USA.
00:04:49: Das ist genau das was passiert ist.
00:04:50: Es wurde viel Geld aus Europa abgezogen wurde in den US-amerikanischen Dollar investiert.
00:04:54: Das ist genau die Entwicklung, die wir in den letzten Wochen gesehen haben.
00:04:56: und immer wenn dann große Kapitalströme umgeleitet werden also raus aus Europa rein in die USA ist immer Vorsicht geboten denn dann weiß man nie was eben noch hinten dran in der zweiten Welle folgen kann
00:05:11: sind wir ja nahe den Allzeit hoch.
00:05:13: Wenn da so kritische Situationen entstehen, wo man auch nicht so genau weiß, ob irgendeine kleine Sache doch mal so einen Peaks geben könnte und da noch ein schlimmerer Folgen kommen, ist man dann irgendwie nah von irgendwelchen Crashs oder zumindest größeren Konsolidierungen?
00:05:31: Also große Konsolidarung habe ich persönlich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen.
00:05:36: also vor allen Dingen vielleicht über ein paar Tage hinaus Hat man das wirklich kaum gesehen?
00:05:41: Ich glaube, es gab mal vor anderthalb Jahren eine Phase, wo wir noch einmal deutlich verloren haben.
00:05:45: Das waren also zehn Prozent!
00:05:46: Aber wenn man überlegt wo wir hierher kommen, wo man fast von Verdopplung sprechen kann innerhalb der letzten zehn Jahre, dann ist zehn Prozent Korrektur... Also wirklich auch da nur eine Korrektion kein Crash.
00:05:56: Und Crash voraussagen, das konnte bisher niemand weil ein Crash kein mathematischer Ablauf ist sondern eine Folge von Reaktionen auf eine Reaktion.
00:06:09: Deswegen kann ich nicht von einem Crash reden.
00:06:10: Möchte auch nicht, was ich aber als Problem ansehe und das ist eine völlig andere Grundsituation als bei der letzten großen Krise die wir hatten im Jahr two-tausend acht zwei tausend neun weil da hatten wir eine Finanzkrise keine Wirtschaft sondern eine reine Finanzkrisen und da konnten den Notenbanken dann über zehn Jahre mit nahezu null Zins drauf reagieren.
00:06:30: Die hatten also die Freier, die Flexibilität eben für den Für die Stabilität die Zinsen senken zu können.
00:06:38: Jetzt haben wir eine andere Situation.
00:06:39: Wir haben steigende Zinsen, wir haben eben Inflation die die steigenden Zins sind letztendlich mit sich bringt.
00:06:47: und wenn wir jetzt in der Gresch-Situation kämen dann könnten die Notenbanken nicht einfach die Zins senken weil sie eben damit die Inflations nach oben treiben würden.
00:06:55: und deshalb bin ich momentan deutlich vorsichtiger noch als das vielleicht vor fünfzehn Jahren war oder vor zwanzig Jahren war weil wir unter dem Strich eben einen anderen Rahmenbedingungen haben absolut mit Vorsicht zu genießen.
00:07:10: Wer ist da vielleicht sogar schlauer, mehr in deutschen oder europäischen Aktientiteln zu sein als den US-Titeln?
00:07:18: Ja das war eigentlich ja auch genau das was wir die letzten anderthalb Jahre gesehen haben.
00:07:22: Wir hatten Anfang letzten Jahres ein Dachs der bei irgendwo zwölf, vierzehn Prozent im Plus-Bar während der Dow Jones bei null Prozent oder knapp ein Prozent herum gedattelt ist.
00:07:34: Da haben wir auch einen sehr starken Euro an dieser Stelle gesehen, schwachen Dollar.
00:07:38: das war genau diese Umkehr von diesen Kapitalströmen, von denen ich eben gerade gesprochen habe.
00:07:43: also raus aus dem Dollar rein in den Euro.
00:07:45: Das hat funktioniert und kann auch immer wieder funktionieren.
00:07:49: Es ist natürlich auf Sicht gesehen immer schwierig ohne US-amerikanische Börsen seine Performance zu erfüllen denn in der Regel performen eben amerikanische Aktien, Technologietitel haben wir hier in Europa kaum.
00:08:01: Eben einfach viel besser und deswegen muss man im Portfolio immer den US-Dollar und die amerikanischen Börsen dabei haben und dieses Permanente hin und her ist auch sehr teuer.
00:08:08: das heißt theoretisch müsste man vielmehr in Europa investieren.
00:08:11: praktisch werden zumindest mal die Großen nicht tun können aus ganz unterschiedlichen Gründen aber hauptsächlich auch weil es zu teuer ist permanent hin und Her zu sprengen.
00:08:19: dafür sucht man eben auch mal eine Durststrecke an der einen oder anderen Stelle dann zu übertünchen.
00:08:23: Zu viel hin und her macht Taschen leer, auch immer so ein Spruch hier an der Börse.
00:08:27: Wenn Anlegerinnen und Anlegers das jetzt hören?
00:08:29: Was heißt das für mein eigenes Geld oder mein eigener Aktiendepot?
00:08:34: Da ich keinen Kräch voraussagen kann bin ich auch an dieser Stelle eher vorsichtig sondern ich glaube einfach ja es können Korrekturen geben.
00:08:41: Ja wenn man sagen wir mal gut aufgestellt ist dann hat man auch immer noch ein bisschen Pulver trocken also von... Ich sage jetzt einfach mal Hundert Prozent sollte man jetzt nicht mehr als siebzig-fünfzig Prozent, vielleicht maximal achtzig Prozent ganz sicher ist investiert haben.
00:08:56: Und die zwanzig Prozent Cash sollten wir immer sich ein bisschen zurücklegen.
00:08:59: Man könnte auch einen Gold investieren um ein bisschen was Konservatives zu haben.
00:09:03: aber eben auch immer im Hinblick darauf dass man nochmal nachlegen kann und ein bisschen Pulver trocken hält.
00:09:08: ich sehe momentan kein Crash.
00:09:10: Wir sehen durchaus eine schwierige Situation aus unterschiedlichen Gründen und deshalb glaube ich sollte man Pulver Trocken halten bei einer Korrektur wieder nachkaufen.
00:09:18: Ich sehe jetzt noch nicht wirklich die Situation, dass wir nachhaltigen Kräsch
00:09:22: bekommen.
00:09:23: Langweilig wird es hier nicht an der Börse!
00:09:24: Wir werden weiter drüber sprechen.
00:09:26: Danke schon an Oliver Roth von Adobe Health und danke an Sie und euch liebe Zuschauerinnen und Zuschauer fürs Interesse bis zum nächsten Mal.
00:09:35: Und wenn euch diese Sendung gefallen hat dann abonniert gerne den Podcast von Inside Wirtschaft.